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Ermordeter Tobias: Bodenfelde beerdigt das zweite Opfer von Jan O.

In Bodenfeld haben hunderte Menschen Abschied vom getöteten Tobias genommen. Unterdessen meldet der "Spiegel", dass zehn Tage vor dem Doppelmord ein Haftbefehl gegen den mittlerweile geständigen Täter abgelehnt wurde.

Unter großer Anteilnahme ist am Samstag in Bodenfelde der getötete 13-jährige Tobias beigesetzt worden. Zuvor hatten sich mehrere hundert Menschen zu einem Gottesdienst versammelt. Bereits am Samstag war die getötete 14-jährige Nina in Bodenfelde beerdigt worden. Der Doppelmörder hatte am Freitag ein Geständnis abgelegt.

Pastor Mark Trebing sagte in dem Gottesdienst: "Wir suchen einen Raum für unsere Wut." Der gesamte Ort rücke zusammen und trauere. Feuerwehrleute standen dem getöteten Jungen Spalier.

Sicherungshaftbefehl offenbar Tage vor den Morden abgelehnt

Unterdessen wurde bekannt, dass offenbar zehn Tage vor der Tat ein Sicherungshaftbefehl gegen den mutmaßlichen Mörder von der zuständigen Behörde abgelehnt wurde. Hintergrund für den Antrag war der Verstoß gegen Bewährungsauflagen, wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" am Samstag vorab berichtete.

Für seine Therapeuten war der 26-Jährige laut dem Bericht im Sommer nicht mehr erreichbar, obwohl er sich ein Jahr lang wegen seiner Drogen- und Alkoholsucht betreuen und seinen Urin regelmäßig kontrollieren lassen musste. Im September habe der Mann zudem auch die Termine mit seiner Bewährungshelferin nicht mehr eingehalten.

Wie das Magazin weiter berichtet, verursachte Jan O. am 24. Oktober ein Feuer in einem Schuppen im Uslarer Ortsteil Vahle. Dadurch geriet ein angrenzendes Mehrfamilienhaus in Brand. Im Zuge der Ermittlungen wurde er nur kurzzeitig festgenommen. Laut Staatsanwaltschaft hätten keine Haftgründe vorgelegen, die Beweise allenfalls für eine fahrlässige Brandstiftung gereicht.

Gewalt laut Landgericht nie Thema gewesen

Den späteren Leiter der Mordkommission, Hartmut Reinecke, veranlasste diese Tat zu einem Anruf bei der Strafvollstreckungskammer in Stade. Fahrlässige Brandstiftung und Alkoholmissbrauch reichten der Behörde als Grund für einen Sicherungshaftbefehl aber nicht aus. "Gewalt war nie ein Thema", sagte die Sprecherin des Landgerichts Stade dem Magazin.

Dennoch sah die Strafvollstreckungskammer möglichen Handlungsbedarf und beschloss am 12. November, drei Tage vor dem ersten Mord, mit ihm über eine kurzfristige Unterbringung in einer geschlossenen Anstalt zu reden. Das Gespräch sollte am 25. November stattfinden.

Täter soll Aufnahmen gemacht haben

Wie die "Bild"-Zeitung (Samstagausgabe) berichtete, wollte Jan O. Anfang November in einem Drogeriemarkt an einem Automaten Fotoabzüge machen. Weil der Drucker zunächst nicht funktionierte, verließ er laut dem Bericht den Laden ohne Bilder. Später soll das Gerät 35 gespeicherte Aufnahmen gedruckt haben. Auf ihnen waren demnach kleine Mädchen unter anderem im Bikini und im Bett zu sehen. Ein Foto soll Jan O. nur mit einer Schürze bekleidet und einem jungen Mädchen im Arm gezeigt haben. Mitarbeiter hätten die Bilder der Polizei übergeben, die sie aber als weniger brisant eingestuft habe.

Laut dem "Focus" soll der 26-Jährige nach dem Mord an Nina zu seinem Opfer zurückgekehrt und mit seinem Handy gefilmt haben. Auf dem Video zu sehen sei eine Hand, die über die Tote streiche, "ferner blitzt eine Messerklinge auf, die an dem Körper entlangfährt", berichtete das Nachrichtenmagazin. Der Sprecher der zuständigen Göttinger Staatsanwaltschaft war am Samstag für eine Stellungnahme zu den Medienberichten nicht zu erreichen.

Der mutmaßliche Mörder hatte die Taten am Freitag nach Angaben der Staatsanwaltschaft "in vollem Umfang eingeräumt". Offenbar handelte der 26-Jährige aber nicht nur aus reiner "Mordlust", wie zunächst angenommen. Bei Nina habe er "sexuelle Absichten" gehabt, gab er laut Staatsanwaltschaft vor dem Ermittlungsrichter an. Überführt gilt Jan O. inzwischen auch durch DNA-Spuren.

André Klohn und Resa Salimi-Asl, DAPD (mit DPA)
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.