Ermyas M. "Die beiden waren es"


Im Prozess um die Attacke auf den Deutsch-Äthiopier Ermyas M. will das Opfer vor dem Landgericht Potsdam aussagen. Ermyas M. ist sich sicher, die Täter eindeutig identifizieren zu können.

Im Prozess um die Attacke auf den Deutsch-Äthiopier Ermyas M. will das Opfer vor dem Landgericht Potsdam aussagen. Zunächst hatte der 38-jährige Wissenschaftler erklärt, er könne sich nicht mehr an den Überfall erinnern. In der Sendung stern TV hatte er jedoch über die beiden Angeklagten gesagt: "Wenn ich ehrlich bin, die beiden waren es."

Die 29 und 31 Jahre alten Männer bestreiten, etwas mit dem Fall zu tun zu haben. Sie seien nicht am Tatort gewesen, sagten sie in der vergangenen Woche vor Gericht. Ermyas M. war am frühen Ostersonntag 2006 in Potsdam niedergeschlagen worden und hatte mit lebensgefährlichen Kopfverletzungen mehrere Wochen im Koma gelegen. Der Fall hatte bundesweit Aufsehen erregt.

Weil die Ermittlungsbehörden zunächst von einem rassistisch motivierten Mordversuch ausgegangen waren, hatte der damalige Generalbundesanwalt Kay Nehm das Verfahren übernommen. Im Laufe der Ermittlungen wurden die Vorwürfe gegen die beiden vier Tage nach der Tat festgenommenen und später wieder aus der U-Haft entlassenen Angeklagten heruntergestuft.

Gefährliche Körperverletzung, unterlassene Hilfeleistung

Vor Gericht muss sich Björn L. nun wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten, Thomas M. wird unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen. Der Anklage zufolge verursachte Björn L. mit einem kräftigen Fausthieb die schweren Verletzungen M.'s. Zuvor hatte es demnach einem Streit gegeben, bei dem die Männer ihr Opfer als "Oller Nigger" und "Scheißnigger" beschimpft haben sollen. Von einem rassistischen Motiv ist in der Anklage aber nicht mehr die Rede.

AP AP

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