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Erschossen in den USA: Fußballkollegen trauern um Hamburger Austauschschüler

Trauer, Wut, Unverständnis: In Hamburg zeigen sich Freunde und Bekannte des in den USA getöteten Austauschschülers tief bestürzt. Mit einer Spendenaktion wollen sie nun der Familie des Opfers helfen.

Drei Tage nach den tödlichen Schüssen auf den Hamburger Austauschschüler Diren D. haben sich dessen Fußballkollegen vom SC Teutonia 10 bestürzt gezeigt. "Wir sind alle ein bisschen sprachlos", sagte Fußball-Abteilungsleiter Kadir Koc betroffen. Auch der Nachbarschaftsverein FC Teutonia 05 Hamburg-Ottensen bekundete sein Beileid. "Alle Mitglieder des Vereins trauern mit den Eltern und Angehörigen", heißt es in einer Meldung unter der Überschrift "In Memoriam" auf der Homepage. Und weiter: "Wir wünschen den Eltern und Angehörigen alle Kraft und Unterstützung in diesen schweren Zeiten." Zudem rief der Verein dazu auf, für die Eltern des 17-Jährigen zu spenden.

Trauer und Unverständnis im Netz

Schon an Mittwoch wird daher ein Benefizspiel zwischen Direns Mannschaft und einem Team aus Hamburg-Duvenstedt stattfinden, dessen Einnahmen zu 100 Prozent an die Familie des Getöteten gingen, wie es in einer Ankündigung heißt. Der Teenager soll in der Türkei beerdigt werden.

Von der Hamburger Schulbehörde und vom Gymnasium, auf das der 17-Jährige ging, gab es bisher keine Reaktion auf den Tod des Schülers. Zurzeit sind Ferien in Hamburg. Im Netz hingegen versuchen Freunde, Bekannten und Außenstehende die eigene Trauer und das Unverständnis über das Geschehene zu verarbeiten.

Täter wegen vorsätzlicher Tötung angeklagt

Der Hamburger war in der Nacht zum Sonntag in Missoula (US-Bundesstaat Montana) vom Hausbesitzer Markus K. erschossen worden, weil dieser den Deutschen für einen Einbrecher gehalten hatte. Inzwischen ist der 30-jährige Todesschütze wegen vorsätzlicher Tötung angeklagt worden, auf das in Montana eine Strafe von zehn bis 100 Jahren steht. Die nächste Anhörung des Täters soll am 12. Mai stattfinden. Ob es zu einem Prozess kommt, ist allerdings noch völlig unklar. Nach Angaben seines Fußballvereins stand Diren D. wenige Wochen vor seiner Rückreise nach Deutschland.

mod/DPA / DPA