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EuGH-Urteil gegen Altersdiskriminierung: Das Comeback der Ü60

Wer sagt, dass man mit 60 Jahren schon zum alten Eisen gehört? Drei Piloten haben vor dem Europäischen Gerichtshof Recht bekommen und bringen nicht nur die Lufthansa in Bedrängnis.

Von Mareike Rehberg

Ist ein Pilot mit 60 Jahren zu alt, um ein Flugzeug zu fliegen? Lässt sich die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit eines Menschen überhaupt nach starren Altergrenzen bewerten? Um die Frage der Diskriminierung und darum, wie sinnvoll solche Altersbeschränkungen für bestimmte Berufe sind, dreht sich das Urteil, mit dem der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg drei klagenden Flugkapitänen der Lufthansa Recht gegeben hat.

Seit Jahren herrscht zwischen der Lufthansa und der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) Einigkeit: Bereits mit 55 Jahren dürfen Piloten aufhören zu arbeiten, spätestens mit 60 Jahren ist endgültig Schluss. Bis zum Renteneintrittsalter von 65 bekommen die Ruheständler eine großzügige Übergangsversorgung oberhalb von 80 Prozent ihrer letzten Bezüge. Die Begründung: Die Sicherheit sei bei älteren Piloten nicht gewährleistet.

Diese Pauschalisierung ging drei Piloten gegen den Strich. Sie witterten Altersdiskriminierung und zogen vor das Bundesarbeitsgericht. Ein gutes Argument hatten sie im Gepäck: International und auch nach deutschem Recht gilt für Berufspiloten eine Altersbegrenzung von 65 Jahren, wenngleich sie bei Überschreitung der 60 einen jüngeren Kollegen dabei haben müssen. Der EuGH, vor dem der Fall schließlich landete, folgte der Argumentation der Kläger. Zwar müssen die Vorgaben erst in deutsches Recht umgesetzt werden, doch dann werden Lufthansa und Gewerkschaft nicht umhin kommen, den Tarifvertrag für ihre 4200 Piloten anzupassen.

Arbeitsrechtexperten begrüßen das Urteil

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) begrüßt das Urteil und fordert eine Überprüfung aller Tarifverträge, die sich unter dem Vorwand der öffentlichen Sicherheit auf starre Altersgrenzen berufen. Feuerwehrleute etwa müssen ebenfalls mit 60 Jahren aufhören zu arbeiten, für Fluglotsen liegt die Altersgrenze gar bei 55 Jahren. "Tarifliche Altersgrenzen widersprechen in vielen Fällen der gelebten Realität, in der viele Menschen mit 60 Jahren und darüber topfit sind", sagt eine ADS-Sprecherin und weist darauf hin, dass sich in der Vergangenheit auch schon Flugbegleiter, Reinigungskräfte und Busfahrer vor Gericht gegen solche Altersgrenzen gewehrt hätten - mit unterschiedlichem Erfolg.

Auch der Bonner Experte für Arbeitsrecht Gregor Thüsing sieht in der Luxemburger Entscheidung die Kernbotschaft, dass bei spezifischen Altersgrenzen für bestimmte Berufsgruppen Vorsicht geboten ist. Allerdings müsse in jedem Fall abgewogen werden: Für Spezialkräfte der Polizei, der Bundeswehr oder etwa auch für Personenschützer sei körperliche Fitness, die im Alter abnimmt, essentiell.

Die Arbeitsrechtsexpertin Christiane Brors von der Universität Oldenburg bewertet die Entscheidung ebenfalls positiv und sieht darin einen Erfolg im Kampf gegen Altersdiskriminierung. Schon jetzt würde die Eignung der Piloten regelmäßig überprüft, so die Juristin. Vermutlich müsse die Fluggesellschaft medizinische Tests nur häufiger durchführen, dann könne jeder Flugkapitän in den Ruhestand gehen, wenn seine Fähigkeiten das nahelegten. Brors weist außerdem auf einen weiteren Grund hin, der die Willkürlichkeit der Altersgrenze belegt: Für Piloten, die Frachtgüter statt Passagiere transportieren, ist im gleichen Tarifvertrag eine Altersgrenze von 65 Jahren festgelegt. Dabei können auch Frachtflugzeuge abstürzen und Menschen in Wohngebieten töten.

Lufthansa-Piloten sehen Klageerfolg skeptisch

Die Mehrheit der Lufthansa-Piloten ist mit dem finanziell gut abgesicherten Vorruhestand allerdings zufrieden. Er kenne niemanden, sagt Lufthansa-Kapitän Martin Wöhrle, der gerne bis 65 arbeiten würde. Der 44-Jährige befürchtet, dass eine "kleine Gruppe Egoisten" nun ein jahrzehntelang funktionierendes System stürzt. Hart treffen dürfte eine Neuaushandlung des Tarifvertrags zudem die jüngeren Co-Piloten: Bleiben ältere Flugkapitäne länger im Unternehmen, müssen jüngere Kollegen länger auf besser bezahlte und verantwortungsvollere Positionen warten. Die Airline allerdings dürfte nicht nur die Sicherheit und die Aufstiegschancen ihrer jüngeren Mitarbeiter im Blick haben: Alte Flugkapitäne kosten schlicht mehr Geld. Nach Gewerkschaftsangaben bekommt ein erfahrener Kapitän etwa 200.000 Euro im Jahr.

Das Musterurteil gegen den Zwangsruhestand wirft nicht nur generell die Frage auf, wie mit arbeitswilligen, fitten Älteren umgegangen werden soll. Neben der Lufthansa muss sich auch die Fluggesellschaft Condor auf Konsequenzen gefasst machen. Der Anwalt der drei Kläger vertritt nämlich 75 Piloten in ähnlichen Fällen gegenüber beiden Fluglinien. "Wir wollen nun mit den Fluggesellschaften in Kontakt treten und Einzelfalllösungen anstreben", kündigte er an. In Luftverkehrkreisen heißt es, dass die alte Regelung vermutlich beibehalten werde, ältere Piloten aber freiwillig weiterarbeiten könnten.

Den drei klagenden Flugkapitänen wird das EuGH-Urteil allerdings kaum mehr zu einer verlängerten Karriere über den Wolken verhelfen: Ein Pilot hat beinahe die gesetzliche Altersgrenze von 65 Jahren erreicht, ein zweiter ist bereits tot.

mit Agenturen
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(