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Einschüchterugsveruche: Kakerlaken verschickt: Ebay-Mitarbeiter sollen kritische Blogger tyrannisiert haben

Sechs ehemaligen Mitarbeitern von Ebay drohen jahrelange Haftstrafen, weil sie die Verfasser eines Online-Newsletters tyrannisiert haben sollen. Die Ex-Angestellten sollen lebendige Kakerlaken, einen Trauerkranz und eine Schweinemaske verschickt haben.

Ex-Ebay-Mitarbeiter in USA angeklagt - kritische Blogger bedroht?

Weil sie sich in ihrem Newsletter kritisch über Ebay geäußert hätten, sollen damalige Mitarbeiter von Ebay einem amerikanischen Blogger-Paar unter anderem Kakerlaken geschickt haben 

DPA

Kakerlaken, eine blutende Schweinemaske, ein Trauerkranz: Mit derartigen Sendungen sollen Ex-Beschäftigte der Verkaufsplattform Ebay in den USA ein Paar drangsaliert haben, welches das Unternehmen kritisiert hatte. Gegen insgesamt sechs frühere Ebay-Mitarbeiter - darunter solche in ehemals leitenden Positionen - wurde am Montag wegen dieser anonym verschickten Lieferungen im Neuenglandstaat Massachusetts Anklage erhoben.

Den ehemaligen Ebay-Angestellten werden Verschwörungen zur Internet-Drangsalierung sowie zur Einflussnahme auf Zeugen vorgeworfen. Ihnen drohen mehrjährige Haftstrafen. Die Opfer der mutmaßlichen Schikane geben einen Rundbrief heraus. Darin hatten sie sich kritisch über Ebay geäußert.

Die früheren Mitarbeiter des Online-Unternehmens schickten nach Angaben der Staatsanwaltschaft daraufhin unter anderem neben den lebenden Kakerlaken, der Halloween-Schweinemaske mit Blut und dem Beerdigungskranz etwa auch einen Ratgeber zum Weiterleben nach dem Tod des Ehepartners und Pornografie an das Paar. Auch sollen sie zeitweise die Verschickung eines Schweinefötus geplant haben, dies geschah dann letztlich aber doch nicht.

Nachdem die mutmaßlichen Opfer sich an die Polizei gewandt hatten, sollen die Angeklagten zudem versucht haben, die Ermittlungen zu behindern. Ebay teilte mit, es habe die sechs Mitarbeiter aufgrund interner Untersuchungen bereits im September 2019 entlassen.

Ebay-Management involviert?

Inwieweit das Unternehmen beziehungsweise dessen Management selbst eine treibende Kraft der Aktionen gewesen ist, wird aus den Angaben der Staatsanwaltschaft nicht ganz klar. In der Anklageschrift heißt es allerdings, dass zwei Mitglieder von Ebays Führungsteam im August 2019 nach einem kritischen Bericht Textnachrichten verschickt oder weitergeleitet hätten, in denen suggeriert worden sei, dass es an der Zeit sei, die Newsletter-Verfasser zu demontieren ("take down"). Eine Führungskraft soll laut Anklageschrift geschrieben haben: "Wir werden diese Dame zermalmen" ("We are going to crush this lady"). 

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Ebay betonte indes in einer Stellungnahme, dass sich die Anklage weder gegen das Unternehmen selbst noch gegen aktuelle Angestellte richte. Ebay habe mit den Justizbehörden kooperiert und alle involvierten Mitarbeiter, inklusive des früheren Leiters der Kommunikationsabteilung, umgehend gefeuert. Eine interne Untersuchung habe zwar ergeben, dass die Kommunikation des damaligen Vorstandschefs Devin Wenig unangemessen gewesen sei, es jedoch keine Hinweise auf eine vorherige Kenntnis oder Autorisierung der Aktionen gab. Eine Stellungnahme der Angeklagten lag zunächst nicht vor. 

ivi / DPA / AFP