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Ex-Geliebte von Jörg Kachelmann: "Als Frau besser den Mund halten"

Erstmals hat die Ex-Geliebte von Jörg Kachelmann ein Interview gegeben. In der "Bunten" spricht Claudia D. über den Moment des Freispruchs, ihre Suizidgedanken und ihre Enttäuschung über die Justiz.

Es gibt wohl kaum noch etwas, was Jörg Kachelmann und seine Ex-Geliebten miteinander verbindet. Außer vielleicht ihre gemeinsame Abneigung gegen die deutsche Justiz. Claudia D., Radiomoderatorin und im Prozess gegen den Wettermann Nebenklägerin, hat der Zeitschrift "Bunte" nun ein Interview gegeben: "Als ich das Wort 'Freispruch' hörte und das Publikum im Saal laut anfing zu jubeln, hat mir das den Boden unter den Füßen weggezogen. Ich war fassungslos, völlig fassungslos. (...) Das habe ich nicht verstanden. Und ich verstehe es bis heute nicht", sagt sie über den Moment der Urteilsverkündung.

Ihr Fazit nach dem mehrmonatigen Prozess fällt eindeutig aus. Und verbittert: "Ich schäme mich dafür, das zu sagen: Ja, ich würde jeder Frau abraten, ihren Peiniger anzuzeigen, wenn dieser reich ist (...)". Die 38-Jährige weiter: "Solange wir in einem Täterstaat leben, ist es besser, als Frau den Mund zu halten."

"Mannheim als Sinnbild des Elends"

Auch der Ex-Angeklagte Kachelmann hatte sich in einem Interview in der "Zeit" bitter über die deutsche Justiz beklagt. Unter anderem warf er der Nebenklägerin D. vor, sie habe sich den Vorwurf der Vergewaltigung ausgedacht. "Im Gerichtssaal hatte ich so viel Irrationalität kennengelernt, vor allem auch von Mannheimer Staatsanwälten, dass ich bis zum Schluss mit der menschlichen Irrationalität rechnen musste", sagte er dem Blatt. Zudem hat er Schritte gegen jeden angekündigt, der behaupte, er sei gewalttätig gewesen." Der 52-Jährige wolle deshalb nun ein Buch mit dem Titel "Mannheim" schreiben. "Mannheim als Sinnbild des Elends."

Für Claudia D. seien Kachelmanns Auslassungen in der "Zeit" "heuchlerisch". "Besonders schockiert (...) hat mich seine Aussage, in seinem Leben habe es niemals Gewalt gegeben." Diese Sätze Kachelmanns seien auch der Grund gewesen, warum sie nun an die Öffentlichkeit gegangen ist: Eigentlich habe sie das nie vorgehabt, und es falle ihr auch sehr schwer. "Aber die Ereignisse der vergangenen 16 Monate und der Freispruch zwingen mich dazu", so die 38-Jährige.

Claudia D. hat immer noch Selbstmordgedanken

Nachdem der spektakuläre Prozess ins Rollen gekommen war, hatte D. nach eigenen Angaben immer wieder Selbstmordgedanken. Auch heute noch. "Deshalb bin ich nach wie vor einmal in der Woche bei meinem Therapeuten. Ich versuche nach und nach, die Therapie zu beenden. Ich habe ja schon achtzig Sitzungen hinter mir. Wahnsinn! Aber Professor Seidler (ein Psychotraumatologe, d. Red.) hat mir in den vergangenen Monaten so oft das Leben gerettet." Dieser habe sich vor Gericht von einem größenwahnsinnigen Verteidiger als Scharlatan bezeichnen lassen", sagte die 38-Jährige "Es ist ein Skandal, dass das Gericht ein solches Verhalten zugelassen hat."

Über ihre Zukunft sagte die Moderatorin: "Ich habe eine To-do-Liste angelegt mit allem, was ich in meinem Leben noch machen möchte. Unter anderem würde ich gerne mal die Pyramiden in Ägypten sehen. Das ist schon lange ein Traum von mir. Und eine Safari in Afrika machen." Männer scheinen aber bis auf Weiteres abgehakt zu sein: "Im Moment kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, jemals wieder eine Partnerschaft einzugehen. Ich weiß natürlich nicht, was die Zukunft bringt. Aber im Moment ist das Thema Mann komplett abgeschlossen."

nik
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