HOME

Ex-NPD-Funktionär Wohlleben: Mutmaßlicher Terrorhelfer kommt in Untersuchungshaft

Die Ermittlungen im Fall der Zwickauer Neonazi-Zelle rücken näher an die NPD heran. Die Polizei nahm am Dienstag in Jena einen dritten mutmaßlichen Helfer des Trios fest. Der 36-jährige Ralf Wohlleben befindet sich mittlerweile in Untersuchungshaft.

Der als rechtsextremer Terrorhelfer verdächtige Ralf Wohlleben ist am Dienstag wenige Stunden nach seiner Festnahme in Untersuchungshaft genommen worden. Das bestätigte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe. Der 36 Jahre alte ehemalige NPD-Funktionär aus Thüringen war zuvor dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt worden. Dieser hatte den am Vortag erlassenen Haftbefehl wie erwartet in Vollzug gesetzt.

Damit befinden sich mittlerweile vier Verdächtige im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen die Zwickauer Neonazi-Zelle Gruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) in Untersuchungshaft: Neben Wohlleben sind dies Beate Zschäpe, überlebendes Mitglied des Neonazi-Trios, sowie der mutmaßliche Terrorhelfer Holger G. und Andre E., der die Propagandafilme über die dem Trio zur Last gelegten Morde gemacht haben soll. Wohlleben soll der Zelle eine Waffe und Munition besorgt und die drei nach ihrem Untertauchen finanziell unterstützt haben.

Zschäpe sowie ihre inzwischen toten Komplizen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt werden neun Morde an türkisch- und griechischstämmigen Geschäftsleuten sowie der Mord an einer Polizistin in Heilbronn zur Last gelegt.

jwi/DPA / DPA