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Ex-Rüstungsstaatssekretär Die Millionen des Ludwig-Holger Pfahls


Wie reich ist der Ex-Rüstungsstaatssekretär Ludwig-Holger Pfahls wirklich? An diesem Montag soll diese Frage vor dem Landgericht Augsburg abschließend geklärt werden. Doch woher der 68-Jährige seine Millionen hat, bleibt wohl auch nach dem Urteil unklar.

Die Geständnisse sind abgelegt. Und sechs der ursprünglich neun Angeklagten im Prozess um die Vermögensverhältnisse des Ex-Verteidigungsstaatssekretärs Ludwig-Holger Pfahls sind bereits zu Bewährungs- und Haftstrafen verurteilt worden. Seit Mitte Oktober stehen deshalb nur noch Pfahls selbst, seine Ehefrau und der Lobbyist Dieter Holzer vor dem Landgericht Augsburg. Holzer und die 41-Jährige sollen Pfahls dabei geholfen haben, sein Vermögen zu verschleiern. An deisem Montag (7. November) sollen die Urteile gegen die verbliebenen drei Angeklagten gesprochen werden.

Viele Fragen wurden im Prozess bereit geklärt: Pfahls gab zu, dass er Millionen vor seinen Gläubigern versteckt und sich gleichzeitig als mittellos ausgegeben hat. Der 68-Jährige ist unter anderem wegen Bankrotts, falscher Versicherung an Eides statt, Steuerhinterziehung und Erpressung angeklagt. Holzer und Pfahls' Ehefrau bestätigten seine Angaben und gestanden, ihm bei seinen Machenschaften geholfen zu haben. Dabei ging es vor allem um geheime Auslandskonten und eine Villa in Südfrankreich, die Pfahls mit Holzers Hilfe an einen Strohmann verkaufte.

Für den Vorsitzenden Richter Rudolf Weigell ist Pfahls' Geständnis durchaus zufriedenstellend. Im Prozess bezeichnete er es als "umfassend" und betonte, dass ohne die Einlassung des 68-Jährigen auch die anderen Angeklagten wohl weniger umfangreiche Angaben gemacht hätten. Dennoch wird eine Frage wohl auch nach dem Urteil offen bleiben: Woher hatte Pfahls rund 3,8 Millionen D-Mark, die er im Ausland vor seinen Gläubigern versteckte? Laut Anklage hat er die unversteuerte Summe von Waffenlobbyist Karlheinz Schreiber. Pfahls bestreitet das aber vehement. "Das stimmt absolut nicht", sagte er im Prozess.

Der Ex-Rüstungsstaatssekretär war 1999 untergetaucht, nachdem im Zusammenhang mit dubiosen Rüstungsgeschäften Schreibers der Verdacht auf Schmiergeldzahlungen aufgekommen war. 2004 wurde er in Paris gefasst und 2005 in Augsburg wegen Vorteilsannahme und Steuerhinterziehung zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt. Wenig später kam er frei, weil ihm die Untersuchungshaft angerechnet wurde. Alleine dem Finanzamt, der Justiz und dem Verteidigungsministerium schuldete Pfahls zu diesem Zeitpunkt laut Anklage rund 3,7 Millionen Euro.

Katia Rathsfeld, DPA DPA

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