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Diebstahl-Posse: Nicht die hellste Kerze auf der Torte, der Berliner Betrüger

Die Polizei muss mal kurz was klarstellen: Finderlohn bekommt man, wenn man etwas gefunden, nicht, wenn man etwas GEKLAUT hat. Das hat ein ungeschickter Dieb nun hoffentlich begriffen.

Fotomontage der Berliner Polizei mit einem Portemonnaie und der Forderung von 250 Euro

Erst das Portemonnaie klauen und dann 250 Euro Finderlohn verlangen? So nicht, Freunde!

Selbst wenn man etwas findet, was jemand anderes verloren hat, ist die Frage nach Finderlohn ziemlich unfein. Die Rückgabe sollte Ehrensache sein. Das Einfordern von Finderlohn ist so unwürdig, dass es sofortigen Abzug von Karma-Punkten beinhaltet. Auch wenn der Finder bei einem Wert von mehr als zehn Euro sogar einen Anspruch darauf hat. Erpresst man jedoch Finderlohn, ist das eine Straftat. Wenn man dazu noch ein Dieb ist und kein ehrlicher Finder, sind das genau genommen zwei Straftaten. Und genau die hat in Berlin am vergangenen Samstag jemand beim Spiel Hertha BSC gegen Eintracht Frankfurt begangen. Glücklicherweise so dämlich, dass die Polizei ihn gleich stellen konnte.

Auf der Facebook-Seite der Berliner Polizei wird der Tathergang in einem angenehm süffisanten Ton anschaulich geschildert. Es beginnt mit "HaHoHe", mündet jedoch nicht in der Schlachtruf "Hertha BSC", sondern in einen nach Kindermund klingenden Reim "erpresster Finderlohn ist nicht ok". Und soll damit wohl auf das Niveau an Geschicklichkeit eines Lichtenberger Meisterdiebes anspielen. Aber lesen Sie selbst.


Für alle, die das Posting nicht lesen können, hier noch einmal der Text:

+++ #Hahohe – erpresster Finderlohn ist nicht ok +++

Der Jubel über Herthas 2:0-Sieg am Samstag gegen Eintracht Frankfurt war für einen 30-jährigen Lichtenberger leider nur von kurzer Dauer.
Kurz nach dem Fußballspiel bemerkte er, dass ihm jemand im Stadion seine Brieftasche unbemerkt aus der Brusttasche gestohlen haben musste.
Gestern meldete sich dann der (leider nicht ehrliche) Finder bei ihm über Facebook. Für einen "angemessenen" Finderlohn von 250€ würde es das Portemonnaie wiedergeben.
Die zwei verabredeten sich für die Übergabe in Lankwitz. Allerdings wollte unser Fußballfan lieber nicht allein zu der Verabredung gehen und lud uns mit ein ;-)

So trafen der "Finder" und sein Begleiter gestern Abend gegen 18.45 Uhr auf unsere Fahnder vom Polizeiabschnitt 46, die die zwei festnahmen. Denn neben der gesuchten Brieftasche hatten sie auch noch weitere Papiere aus möglichen anderen Straftaten und ein paar Drogen bei sich.
Die beiden Verdächtigen wurden von unseren Kollegen noch für erkennungsdienstliche Maßnahmen mitgenommen.


bal