Fahndung nach Bögerl-Entführer 2.550 Hinweise, keine heiße Spur


Mehrere Gegenstände in Tatortnähe, 450 Hinweise zum Phantombild - aber noch immer keine heiße Spur. So lautet die Bilanz der Polizei drei Tage nach dem Fund der Leiche der getöteten Bankiersfrau Maria Bögerl.

Im Fall der entführten und getöteten Bankiersfrau aus Heidenheim hat die Polizei am Samstag mit einer Hundertschaft den Fundort der Leiche abgesucht. Dabei seien zwar einige Gegenstände gefunden worden, ob diese jedoch einen Zusammenhang mit der Tat hätten sei noch unklar, sagte Polizeisprecher Horst Baur am Samstag auf DAPD-Anfrage. Zudem arbeite eine Sonderkommission die bislang über 2.500 Hinweise aus der Bevölkerung ab.

Daneben konzentriert sich die Fahndung der Ermittler auf den mit einem Phantombild gesuchten Anhalter. Seit der Veröffentlichung des Bildes am Dienstag habe es mehr als 450 Hinweise gegeben, sagte Baur weiter. Die Identität des Mannes sei aber weiter nicht geklärt.

Zur Tatzeit - am Vormittag des 12. Mai - waren zwei unbekannte Männer in der Nähe des Wohnhauses der Familie Bögerl in Heidenheim-Schnaitheim gesehen worden. Nach einem von ihnen - angeblich ein 30 bis 40 Jahre alter und 1,80 bis 1,85 Meter großer Anhalter - sucht die Polizei mit dem Phantombild. Die Ermittler erhoffen sich von ihm als Zeugen wichtige Hinweise zur Aufklärung der Tat.

Erpresser sprach ortsüblichen schwäbischen Dialekt

Die 54-jährige Maria Bögerl war vor rund drei Wochen in ihrem eigenen Wagen entführt worden. Kurz nach ihrem Verschwinden forderte ihr Entführer eine Lösegeldsumme von 300.000 Euro. Der Mann, der das Lösegeld verlangte, soll einen ortsüblichen schwäbischen Dialekt gesprochen haben. Die Summe konnte jedoch nicht in der von ihm geforderten Zeit beschafft werden. Erst eine halbe Stunde später als verlangt konnte ihr Ehemann, der Sparkassendirektor Thomas Bögerl, das Geld an der vom Täter mit einer Deutschlandflagge markierten Stelle auf einem Parkplatz an der Autobahn 7 ablegen. Dort wurde es aber bis zum frühen Morgen des 13. Mai nicht abgeholt.

Am Donnerstagabend schließlich entdeckte ein Spaziergänger mit einem Hund in einem Wald zwischen Nietheim und Niesitz die Leiche der Frau. Sie war lediglich mit Ästen bedeckt. Eine Obduktion ergab, dass die 54-Jährige erstochen wurde. Der Todeszeitpunkt ist noch unklar. Die Polizei hatte das Waldstück, in dem die Leiche gefunden wurde, bei ihren Suchaktionen durchkämmt. Ob die Tote zu dem Zeitpunkt schon dort lag, ist nicht bekannt.

APN APN

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