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Fake-Anschlag aufs Weiße Haus: Gehackter Twitter-Account sorgt für Chaos an der Börse

Die Twitter-Meldung über einen Anschlag auf das Weiße Haus hat am Finanzmarkt für minutenlange Aufregung gesorgt. Die Hacker machten sich im Anschluss lustig und bekannten sich als Anhänger Assads.

Schrecksekunde auf Twitter: Über das Konto der US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP) ist am Dienstag eine gefälschte Meldung zu einem angeblichen Anschlag auf das Weiße Haus in Washington verbreitet worden. Die Aktion von Hackern sorgte mehrere Minuten für Wirbel an den Finanzmärkten, so dass sich auch die US-Regierung zu einem Dementi gezwungen sah. Später bekannten sich Anhänger des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad zu dem Angriff.

"Eilmeldung: Zwei Explosionen im Weißen Haus und Barack Obama ist verletzt", hieß es auf dem AP-Konto bei Twitter. Die Nachrichtenagentur schickte jedoch kurz darauf den Hinweis, dass ihr Zugang gehackt worden sei. "Keine Explosionen im Weißen Haus, Barack Obama ist nicht verletzt", stellte AP klar und schaltete daraufhin das Konto ab. "Ich kann sagen, dass es dem Präsidenten gut geht", erklärte Obamas Sprecher Jay Carney bei der Pressekonferenz im Weißen Haus.

"Auf Wiedersehen, Obama"

Unmittelbar nach der gefälschten Nachricht fiel der US-Aktienindex Dow Jones um 0,9 Prozent und der Index S&P 500 um 0,8 Prozent. Beide Börsenbarometer erholten sich nach der Entwarnung aber sofort wieder. Mehr als 1,9 Millionen Menschen verfolgen AP-Nachrichten über Twitter. Der gefälschte Tweet wurde hunderte Mal weitergeleitet.

Zu dem Hackerangriff bekannten sich Anhänger Assads. "Ups! AP wird von der Syrischen Elektronischen Armee bloßgestellt! Auf Wiedersehen, Obama", schrieb die Gruppe auf ihrem Twitter-Account. Die Syrische Elektronische Armee hatte in den vergangenen Monaten bereits die Twitter-Konten der Nachrichtenagentur AFP und des US-Fernsehsenders CBS kurzzeitig gekapert. Hacker greifen immer wieder Twitter-Konten von Medienunternehmen an, um Falschmeldungen oder Propaganda zu verbreiten.

jat/AFP / AFP