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Endingen Verdächtiger im Fall Carolin G. von Mithäftlingen schwer verletzt

Gedenkstätte für vergewaltige und ermordete Joggerin Carolin G.
Gedenken an Carolin G. aus Endingen (im November 2016): Ihr mutmaßlicher Peiniger wurden in der Untersuchungshaft zusammengeschlagen.
© Patrick Seeger/DPA
Zwischenfall in der Untersuchungshaft: Der Mann, der verdächtigt ist, die junge Joggerin Carolin G. im badischen Endungen vergewaltigt und getötet zu haben, ist von Mitinsassen zusammengeschlagen worden.

Der nach zwei Morden an jungen Frauen in Endingen bei Freiburg gefasste 40-Jährige ist in der Untersuchungshaft von Mitinsassen angegriffen und verletzt worden. Ein Sprecher des baden-württembergischen Justizministeriums in Stuttgart bestätigte am Freitag den Zwischenfall und damit einen Bericht der "Badischen Zeitung"

"Nach derzeitigem Kenntnisstand ist der Gefangene bereits vor zwei Tagen, am 7. Juni, während der allgemeinen Aufschlusszeit auf der Untersuchungsabteilung von Mitgefangenen angegriffen und im Gesicht verletzt worden", sagte der Sprecher. Er sei in einem Krankenhaus in Freiburg behandelt und nach seiner Entlassung in ein anderes Gefängnis verlegt worden. Die Staatsanwaltschaft habe gegen die mutmaßlichen Angreifer ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet.

Ministerium war das Risiko bewusst

Das Ministerium habe zudem bereits zu Haftbeginn am 3. Juni auf das Risiko einer Fremdgefährdung hingewiesen. "Derzeit wird intensiv untersucht, wie es dennoch zu dem beschriebenen Zwischenfall kommen konnte", sagte der Sprecher.

Ein Sprecher der Polizei sagte am Freitag, die weiteren Details und Hintergründe des Vorfalls seien noch unklar. So sei beispielsweise noch nicht bekannt, wie viele Insassen der Justizvollzugsanstalt (JVA) in Freiburg den Tatverdächtigen zusammengeschlagen hätten oder wie genau die Attacke abgelaufen sei. Ob der Tatverdächtige nach der Verlegung in ein anderes Gefängnis besonders geschützt wird, konnte der Sprecher ebenfalls nicht sagen.

Gibt es ein weiteres Opfer in Rumänien?

Dem Mann, einem Fernfahrer, wird vorgeworfen, in Endingen im Herbst 2016 eine Joggerin vergewaltigt und ermordet zu haben. Knapp drei Jahre davor soll er eine junge Französin in Österreich missbraucht und umgebracht haben. Die Ermittler kamen dem Mann mithilfe von österreichischen Mautdaten und einer DNA-Analyse auf die Schliche. Die Polizei nahm den 40-Jährigen in der vergangenen Woche in der Region um Endingen an seinem Arbeitslatz in einer Spedition fest.

Im Heimatland des Rumänen prüft die zuständige Staatsanwaltschaft zudem, ob der 40-Jährige auch für den Mord an einer dritten Frau verantwortlich sein könnte. Es handele sich dabei um eine 27 Jahre alte Anhalterin, die 2004 in Rumänien von einem Unbekannten vergewaltigt und mit der Hand erwürgt worden war, sagte eine Sprecherin der Behörde kürzlich. Der Fall sei den Taten in Österreich und Deutschland sehr ähnlich.

dho DPA

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