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Minnesota Nach 27 Jahren: Geständnis in aufsehenerregendem Kindsmordfall

Anstecker mit Bildern von Jacob Wetterling
Mithilfe solcher Bilder hatten die Eltern von Jacob Wetterling nach ihrem Sohn gesucht. Die Anstecker zeigen den Zwölfjährigen vor seinem Verschwinden und so, wie er im Alter von 35 Jahren ausgesehen haben könnte.
© Jeff Wheeler/DPA
Der Fall hatte viele Menschen in den USA tief bewegt und sogar zu einer Gesetzesverschärfung geführt: Vor 27 Jahren verschwand der zwölfjährige Jacob Wetterling spurlos. Nun hat sein Mörder gestanden.

Ein spektakulärer Kindsmordfall in den USA ist nach fast 27 Jahren mit dem Geständnis eines Verdächtigen aufgeklärt worden: Der 53-jährige Danny H. hat in einem Gericht in Minnesota zugegeben, den elfjährigen Jacob Wetterling am 22. Oktober 1989 entführt, sexuell missbraucht und dann erschossen zu haben. Die Leiche des Jungen war erst in der vergangenen Woche gefunden worden.

Wetterlings Verschwinden hatte die USA tief bewegt und zu einer Verschärfung der Gesetze gegen Sexualverbrecher geführt. Jahrzehntelang hatten die Ermittler vergeblich versucht, den Fall aufzuklären. Auf die Spur des Täters waren sie erst im vergangenen Jahr gekommen, als die Polizei den nun geständigen H. wegen Besitzes von Kinderpornografie festnahm.

Bei den folgenden Ermittlungen stellten die Fahnder fest, dass H.s DNA mit DNA-Spuren übereinstimmte, die am Pulli eines Zwölfjährigen gefunden wurden, der neun Monate vor Jacob Wetterlings Verschwinden sexuell attackiert worden war. Die Ermittler hatten bereits lange die Vermutung, dass zwischen beiden Fällen ein Zusammenhang bestehe. Allerdings hatten sie keine Beweise. Dies änderte sich nun mit der DNA-Spur. Der festgenommene H. offenbarte sich in einem Verhör den Ermittlern und führte sie in der vergangenen Woche auf ein Feld, wo dann Jacob Wetterlings Überreste gefunden wurden.

Danny H. schildert letzte Stunden von Jacob Wetterling

Der Fall Wetterling hatte viele Menschen in den USA tief bewegt und die Eltern des Jungen weit über die Grenzen des Bundesstaats Minnesota hinaus bekannt gemacht, weil sie nach dem Verschwinden ihres Sohnes eine landesweite Kampagne starteten, um das Bewusstsein der Öffentlichkeit für Sexualstraftaten zu schärfen. Ihr Eintreten für vermisste Kinder führte schließlich zur Verabschiedung eines Gesetzes, das die behördliche Registrierung von Sexualstraftätern vorschrieb.

Patty und Jerry Wetterling waren am Dienstag im Gerichtssaal anwesend, als H. das Geständnis ablegte und über die letzten Stunden im Leben ihres Sohnes sprach. "Es war unsagbar schmerzhaft, von seinen letzten Tagen, Stunden und Minuten zu hören", sagte Patty Wetterling der Zeitung "Minneapolis Star Tribune" nach dem Gerichtstermin. "Ich will einfach nur sagen: 'Jacob, es tut mir so leid.'"

mad AFP

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