HOME

Fall Jörg Kachelmann: Anwalt lässt Termin für Haftprüfung platzen

Die Verteidigung von Jörg Kachelmann wagt sich aus der Deckung: Der Anwalt des TV-Moderators hat Beschwerde gegen die Haft eingelegt und damit den für Freitag angesetzten Haftprüfungstermin platzen lassen. Er sieht den Freiheitsanspruch des Wetterexperten auf skandalöse Weise missachtet.

Der für Freitag angesetzte Haftprüfungstermin für TV-Moderator Jörg Kachelmann wird nicht stattfinden. Die Kölner Verteidigung des Meteorologen, der seit dem 20. März in Untersuchungshaft sitzt, hat am Dienstag beim Oberlandesgericht Karlsruhe Beschwerde gegen die Fortdauer der Haft eingelegt. Wie Anwalt Reinhard Birkenstock mitteilte, habe dafür aus juristischen Gründen der Haftprüfungsantrag beim Landgericht Mannheim zurückgenommen werden müssen. Kachelmann wird von einer früheren Freundin beschuldigt, sie vergewaltigt und verletzt zu haben. Er bestreitet die Vorwürfe.

Birkenstock stützt sich bei seiner Beschwerde auf mehrere Gutachten. So habe eine psychologische Sachverständige festgestellt, dass an der Aussage der Freundin gegen Kachelmann massive Zweifel bestünden. Eine absichtliche Falschbelastung sei wahrscheinlich. Ein rechtsmedizinisches Gutachten komme außerdem zu dem Ergebnis, dass die angebliche Vergewaltigung nicht stattgefunden haben könne und erfunden sein müsse. "Die Verteidigung sieht den Freiheitsanspruch ihres Mandanten auf skandalöse Weise missachtet", erklärte Birkenstock. Man befürchte, dass die Mannheimer Justiz "die Täterin der Falschbeschuldigung" mit dem Haftbefehl gegen Kachelmann schütze.

Die Ermittler werfen dem 51-jährigen Schweizer vor, Anfang Februar seine langjährige Geliebte in deren Wohnung in Schwetzingen in Baden-Württemberg vergewaltigt und mit einem Küchenmesser am Hals verletzt zu haben. Kachelmann war deshalb im März nach seiner Rückkehr von den Olympischen Winterspielen in Kanada auf dem Frankfurter Flughafen überraschend festgenommen worden. Mitte Mai erhob die Staatsanwaltschaft Anklage wegen des Verdachts der Vergewaltigung in einem besonders schweren Fall und wegen gefährlicher Körperverletzung.

mad/DPA/AFP/APN / DPA