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Fall Jörg Kachelmann Prozess wegen Befangenheitsantrag verschoben


Der Prozess gegen Jörg Kachelmann ist unmittelbar nach der Eröffnung am Montag wegen eines Befangenheitsantrags um eine Woche verschoben worden. Das Landgericht Mannheim kann erst im Laufe der Woche über das umfangreiche Gesuch befinden, weil erst die zu beurteilende Kammer besetzt werden muss.

Der Prozess gegen den ARD-Wettermoderator Jörg Kachelmann wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung ist am Montag kurz nach Beginn bereits wieder vertagt worden. Der Vorsitzende Richter des Mannheimer Landgerichts, Michael Seidling, begründete dies mit einem Befangenheitsantrag der Verteidigung gegen ihn und die Richterin Daniela Bültmann. Eine Begründung des Antrags wurde zunächst nicht genannt. Das Verfahren soll nun am 13. September fortgesetzt werden.

Kachelmanns Verteidiger Reinhard Birkenstock sagte zum Inhalt seines Ablehnungsgesuchs nur, dass die beiden Richter "Herrn Kachelmann gegenüber nicht völlig unbefangen" seien. Medienberichten zufolge ist der Vorsitzende Richter Seidling Vizepräsident des Sportvereins TSV Oftersheim, der Vater des mutmaßlichen Opfers leitete jahrelang den benachbarten Sportverein TV Schwetzingen. Obwohl beide Vereine kooperieren, hatte Seidling Medienberichten zufolge gesagt, er kenne weder den Vater noch das mutmaßliche Opfer.

Die Anklage wirft Kachelmann vor, im Februar seine langjährige Freundin mit einem Messer bedroht und sie nach einem Beziehungsstreit vergewaltigt haben. Der 52-Jährige bestreitet dies. Er war Ende Juli nach rund vier Monaten aus der Untersuchungshaft entlassen worden, weil Gutachten die Angaben der 37-Jährigen dem Oberlandesgericht Karlsruhe zufolge nicht eindeutig stützten.

AFP/Reuters Reuters

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