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Fall Kampusch: Überlebenskampf im Sarkophag

Fast vier Monate nach ihrer Flucht hat das Entführungsopfer Natascha Kampusch in einem Fernsehinterview sowohl über den schwierigen Weg in ein neues Leben als auch über brisante Details aus dem Leben mit dem Entführer Wolfgang Priklopil berichtet.

Von Malte Arnsperger

Die blonden langen Haare hat sie mit einer roten Klammer zu einem Seitenscheitel gelegt, das Gesicht ist leicht geschminkt, sie trägt eine etwas altmodisch wirkende bunte Bluse im Batik-Look und eine lilafarbene Hose. Die Beine locker übereinander geschlagen, sitzt eine junge Frau im gemütlichen Sofa am Kamin ihrem Gesprächspartner gegenüber. Das Mädchen aus dem Verlies gibt ihr zweites Fernsehinterview. Die Wienerin Natascha Kampusch, die im August nach achteinhalbjähriger Gefangenschaft ihrem Entführer Wolfgang Priklopil entflohen ist, sprach nach ihren ersten gut hundert Tagen in Freiheit mit dem österreichischen Journalisten Christoph Feurstein.

Schon beim ersten Interview nur wenige Wochen nach ihrer Flucht hatte Natascha Kampusch die Weltöffentlichkeit mit ihrer Wortgewandtheit, ihrer Selbstsicherheit, ihrem teilweise altklug anmutenden Auftreten beeindruckt. Auch beim zweiten Gespräch mit dem ORF-Reporter Feurstein, das in Deutschland von RTL ausgestrahlt wurde, wirkte Kampusch anfangs ausgeglichen, selbstbewusst und gut gelaunt. War beim ersten Interview noch ihr vielköpfiger Beraterstab zugegen, stellte sie sich diesmal alleine der Neugier nach weiteren Einzelheiten ihrer erstaunlichen Geschichte.

"Es gibt berührende Momente"

Ruhig und mit fester Stimme beantwortete die 18-Jährige die Fragen nach ihrem neuen Leben und berichtete von den negativen wie positiven Begleiterscheinungen ihres Daseins als Berühmtheit. "Ich kann mich nicht alleine in der Öffentlichkeit bewegen, das wäre zu riskant", erzählte Kampusch. Aber lächelnd meinte die junge Frau, die deutlich kräftiger wirkte als bei ihrem ersten Auftritt, "es gibt berührende Momente, wenn einem eine alte Dame anlächelt, oder Leute einem einfach nur zuwinken. Das ist angenehm".

Doch relativ bald wurde in dem Gespräch deutlich, welche Folgen die jahrelange Monobeziehung mit dem Entführer und das abgeschiedene, einsame Leben im Verlies auf die Psyche von Natascha Kampusch hatten. Die Anpassung an die Wirklichkeit und den Umgang mit anderen Menschen scheinen ihr schwer zu fallen. Mit einem gewissen Ekel und Abfälligkeit in der Stimme erzählte das Entführungsopfer: "Ich mag die lauten Stimmen nicht, die Menschen haben unterschiedliche Körpergerüche, sie tragen irgendwelche auffälligen Kleidungsstücke, sie sind unhöflich und undiszipliniert." Zwar versuche sie, auf die Menschen zuzugehen. Doch Kampusch beklagte sich über mangelndes Verständnis für ihren Kampf zurück in ein normales Leben, für ihre schwierige Situation: "Es tut mir Leid für die Menschen, die meinen, dass es mir irrsinnig gut geht und dass sie am liebsten mit mir tauschen würden", sagte die junge Frau.

Zum ersten Mal brach ihre Stimme, sie löste ihren bis dahin festen Blick von ihrem Gegenüber und sagte vorwurfsvoll. "Sie (die Menschen, d. Red) können ja mal ausprobieren, in einem relativ kleinen Raum bei geschlossener Tür einen ganzen Tag oder eine ganze Woche zu verbringen. Sie können auch mein jetziges Leben austesten, verfolgt von irgendwelchen Leuten und Briefe von Verrückten bekommen."

Vom Entführer spricht Kampusch nur in dritter Person

Das Gespräch hatte nun seine spannendste Phase erreicht. Vorsichtig und einfühlsam brachte Feurstein, der den Fall Kampusch seit der Entführung im Jahr 1998 journalistisch begleitete, seinen jungen Gast dazu, neue Details aus dem Zusammenleben mit Wolfgang Priklopil preiszugeben. Natascha Kampusch erzählte zum ersten Mal über den berühmten Skiausflug mit ihrem Entführer (der stern hatte erstmals darüber berichtet). Morgens früh habe "er" - Kampusch spricht von ihrem Entführer immer in der dritten Person, nennt nie seinen Namen - sie dazu aus ihrem Verlies geholt, sei mit ihr in ein Skigebiet gefahren und habe sie "praktisch genötigt, gleich vom Parkplatz zur Piste zu fahren". Vier Stunden habe sie mit ihrem Peiniger auf den Brettern verbracht, obwohl sie selber kaum skifahren konnte. "Es war ein Glück, dass ich mich auf den Ski halten konnte. Es war ein Schock." Fast entschuldigend verteidigte sie ihren Entschluss, während dieses Ausflugs keinen Fluchtversuch unternommen zu haben. "Er hat auch immer behauptet, dass er diese Menschen auch umbringen würde, denen ich etwas mitteile, oder mich."

Merklich angespannt, mit zusammengekniffenen Händen, erzählte Kampusch von diesen Erlebnissen. Immer wieder rollte sie ihre Augen nach oben oder hielt sie ganz verschlossen. Ein offensichtliches Zeichen ihrer psychischen Belastung, das auch während des ersten Interviews aufgefallen war. In diesen Momenten wurde deutlich, dass sich hinter der Fassade einer durch viele Interviews und ständigen Medienrummel geprüften Person eine junge Frau verbirgt, die ein Großteil ihrer Jugend in ständiger Angst um ihr Leben verbrachte. Und dass die Jahre in ihrem Verlies - sie nennt es "Sarkophag" - tatsächlich ein täglicher Kampf ums Überleben waren, deutete Kampusch fast beiläufig an. In einem Nebensatz sagte sie, dass sie während ihrer Gefangenschaft regelmäßig nichts zu essen bekam: "Da sind am nächsten Tag die Reserven leer, man wird immer geschwächter, mit der Zeit bekommt man Herzprobleme und Kreislaufprobleme und kippt um."

Weitere Einzelheiten über Kampuschs Alltag mit Priklopil erfuhr der Zuschauer nicht. Auch die in einem kürzlich veröffentlichten Buch geäußerten Spekulationen über eine angebliche Bekanntschaft zwischen ihren Eltern und dem Entführer, oder den angeblichen Missbrauch in ihrer Familie, kamen nicht zur Sprache. Nur Andeutungen lassen darauf schließen, dass Natascha Kampusch mit ihrer Familie noch einige Vorkommnisse aus der Vergangenheit aufarbeiten muss. "Alte Geschichten, ungute Sachen werden wieder aufgewärmt. Und damit muss sich meine Familie auch wieder auseinandersetzen", sagte die 18-jährige, die seit einigen Wochen alleine in einer betreuten Wohnung wohnt. Doch, so Kampusch, "sie sind immer noch die gleichen Menschen geblieben. Nur die äußeren Umstände haben sich verändert."

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(