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Fall Keira: Teenager soll Mitschülerin mit 24 Stichen getötet haben - heute erwartet ihn sein Urteil

Es ist ein außergewöhnlicher, dramatischer Fall: Ein 15-Jähriger soll in Berlin eine Mitschülerin getötet haben - aus Mordlust. Das Landgericht wird das Urteil ohne Öffentlichkeit verkünden.

Trauerkerzen für die getötete Keira

Der 15-Jährige, der auf dieselbe Schule ging, soll die ein Jahr jüngere Keira mit 24 Stichen eines Küchenmessers in Hals, Oberkörper und Rücken umgebracht haben

DPA

Mit mehr als 20 Messerstichen soll ein 15-Jähriger  seine Mitschülerin Keira in Berlin getötet haben. In dem nicht öffentlichen Mordprozess am Landgericht der Hauptstadt wird am Donnerstag (11.30 Uhr) voraussichtlich das Urteil gesprochen. Die Mutter der erstochenen 14-Jährigen wird als Nebenklägerin im Gerichtssaal dabei sein. Der Tod ihrer Tochter hatte bundesweit Fassungslosigkeit ausgelöst.

Nach Gerichtsangaben hat die Staatsanwaltschaft eine Jugendstrafe von neun Jahren und zehn Monaten für den deutschen Schüler gefordert. Die Verteidiger hätten auf eine deutlich geringere Haftstrafe wegen eines "allenfalls minderschweren Fall des Totschlags" plädiert.

Fall Keira wird abseits der Öffentlichkeit verhandelt

Der mutmaßliche Täter und das Opfer kannten sich, sie gingen auf dieselbe Schule. Der Jugendliche soll sich am 7. März Zutritt zur Wohnung von Keira in Alt-Hohenschönhausen verschafft und sie dort "tatplangemäß" umgebracht haben. Die Mutter Karin G. fand ihre blutüberströmte Tochter, als sie von der Arbeit kam. Mediziner schafften es nicht mehr, das Mädchen zu retten.

Wegen des jugendlichen Alters des Angeklagten wurde der Fall seit zwei Monaten ohne Öffentlichkeit aufgearbeitet. Angeklagt ist Mord aus Heimtücke, niederen Beweggründen und Mordlust. Dass Mordlust bei einem Jugendlichen angeklagt ist, sei sehr selten, hatte Anwalt Roland Weber zum Prozessauftakt betont. Das bedeute, aus Freude darüber zu töten, ein anderes Leben zu vernichten. Weber, der auch Opferbeauftragter des Landes Berlin ist, begleitet die Mutter als Nebenklägerin.

14-Jährige wurde mit 24 Stichen getötet

Der 15-Jährige, der auf dieselbe Schule ging, soll die ein Jahr jüngere Eisschnellläuferin mit 24 Stichen eines Küchenmessers in Hals, Oberkörper und Rücken umgebracht haben. Einer der Stiche habe ins Herz getroffen. In Ermittlerkreisen hieß es, dass beide zu Hausaufgaben verabredet gewesen seien.

Die Verantwortung für ihre Tochter habe nicht mit ihrem Tod aufgehört, hatte Karin G. der Deutschen Presse-Agentur bei einem Gespräch in ihrer Wohnung vor Prozessbeginn gesagt. "In meinem Leben ist nichts mehr so, wie es war. Und es gibt nichts, was es wieder gut macht. Meine Tochter bleibt tot."

Tatort Mordplatz
fin / DPA