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Fall Maddie: Ermittlungen vor dem Aus

14 Monate nach dem Verschwinden der kleinen Madeleine McCann in einem Ferienort an der Algarve will die portugiesische Polizei Medienberichten zufolge den Fall zu den Akten legen. Offenbar fehlen für eine Anklage gegen die Eltern des britischen Mädchens ausreichend Beweise.

Mehr als ein Jahr nach dem spurlosen Verschwinden der kleinen Madeleine McCann aus einer Ferienanlage an der Algarve will die portugiesische Kriminalpolizei nach Medienberichten die Ermittlungen einstellen. Die Polizei verfüge nicht über ausreichend Beweise, um die Eltern des Mädchens formell anzuklagen, berichtete die Tageszeitung "Correio da Manha" am Dienstag. Das Ende der Untersuchungen zum Verschwinden der damals dreijährigen Maddie im portugiesischen Ferienort Praia da Luz solle in den kommenden Tagen bekanntgegeben werden. Laut der Zeitung haben sich Ermittler und Staatsanwaltschaft bereits auf die Einstellung geeinigt.

Der Sprecher der McCanns, Clarence Mitchell, konnte die Berichte zunächst nicht bestätigen. Gerry und Kate McCann seien sich der Gerüchte bewusst. "So lange wir keine offizielle Bestätigung haben, wollen wir uns dazu nicht äußern", sagte er. Wenn die Berichte stimmten, müssten die Behörden in Portugal die Eltern nun für unschuldig erklären.

Eltern bis heute offiziell als "Verdächtige" eingestuft

"Die Polizei hat keine Schuldigen gefunden", berichtete auch die Tageszeitung "Jornal de Noticias". Im Abschlussbericht der Ermittler würden nur die Fakten beschrieben und keine Erklärungen für das Verschwinden der kleinen Britin geliefert. Die Staatsanwaltschaft hatte bereits Ende Mai eine Rekonstruierung der Ereignisse am Abend von Maddies Verschwinden mit den Eltern Kate und Gerry McCann abgelehnt.

Maddie war am 3. Mai 2007 kurz vor ihrem vierten Geburtstag aus dem Ferienappartment der McCanns verschwunden, während ihre Eltern in einem nahegelegenen Restaurant mit Freunden zu Abend aßen. Ihre Eltern starteten eine weltweite Medienkampagne, um auf den Fall aufmerksam zu machen. Sie zeigen sich bis heute überzeugt, dass ihre Tochter entführt wurde und möglicherweise noch lebt. Der Fund von Blutspuren in der Ferienwohnung und im Mietauto der McCanns legte jedoch Maddies Tod nahe. Auch die McCanns selbst gerieten zeitweise in das Visier der portugiesischen Ermittler. Die Polizei hat ihre Einstufung als "Verdächtige" bis heute nicht zurückgenommen.

AFP/DPA / DPA