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Vergewaltigung und Mord Prozess im Fall Maria L.: Freiburg hofft, Trauma zu überwinden

Herz mit Aufschrift Liebe Maria - Gedenkstätte für Vergewaltigungsopfer in Freiburg . Prozess beginnt
Ein Herz an einem Baum unweit des Tatorts an der Dreisam in Freiburg erinnert auch ein Jahr nach der Tat noch an das Vergewaltigungs- und Mordopfer Maria L.
© Patrick Seeger/DPA
Die Vergewaltigung und Ermordung der Studentin Maria L. in Freiburg sorgte vor einem Jahr bundesweit für Schlagzeilen. Dringend tatverdächtig ist ein junger Flüchtling. Nun beginnt der Prozess.

Eine 19 Jahre alte Studentin wird vergewaltigt und anschließend ermordet - knapp elf Monate nach der Tat beginnt vor dem Freiburger Landgericht der Prozess gegen einen jungen Flüchtling. Hussein K. ist nach Angaben des Gerichts wegen Mordes in Tateinheit mit besonders schwerer Vergewaltigung angeklagt.

Ihm wird vorgeworfen, im Oktober vergangenen Jahres Maria L., die mit dem Fahrrad nachts alleine auf dem Weg von einer Studenten-Party nach Hause war, überfallen und vergewaltigt zu haben. Danach soll der Tatverdächtige die junge Frau im knietiefen Wasser des Flusses Dreisam abgelegt haben. Die 19-Jährige ertrank, eine Joggerin fand sie am Morgen.

Fall Maria L.: Greift Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht?

Hussein K. wurde rund sieben Wochen nach der Tat Anfang Dezember festgenommen. Die Polizei hatte DNA-Spuren von ihm am Tatort gefunden, über Videoaufnahmen in einer Straßenbahn kamen ihm die Ermittler auf die Spur. Er selbst hat behauptet, zur Tatzeit 17 Jahre alt gewesen zu sein. Altersgutachten sind aber zu dem Ergebnis gekommen, dass er damals mindestens 21 Jahre war. Die Frage, ob bei einer Verurteilung Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht gilt, muss nun das Gericht klären.

Für den Prozess vor der Jugendkammer des Gerichts sind den Angaben zufolge 16 Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil könnte demnach im Dezember gesprochen werden. Gehört werden sollen den Planungen zufolge 45 Zeugen sowie zehn Sachverständige.

Hussein K. ohne Papiere nach Deutschland gekommen

Hussein K. war nach Angaben deutscher Behörden im November 2015 ohne Papiere nach Deutschland gekommen. Was die Behörden damals nicht wussten: Wegen einer Gewalttat an einer jungen Frau auf der griechischen Insel Korfu war Hussein K. in Griechenland zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt und im Oktober 2015 unter Auflagen vorzeitig entlassen worden. Er tauchte unter und kam als Flüchtling nach Deutschland. Nach eigenen Angaben kommt der Mann aus Afghanistan.

dho DPA

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