HOME

Nur Skelett in Jena untersucht: Böhnhardt-DNA-Fund bei Peggys Leiche keine Verunreinigung

Die Leiche des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt und die sterblichen Überreste der lange vermissten Peggy aus Oberfranken wurden im selben Institut in Jena untersucht. Der Gegenstand, auf dem Böhnhardts DNA gefunden wurde, jedoch nicht.

Eine DNA-Probe: Spuren von Uwe Böhnhardt wurden an der Leiche Peggys gefunden

Eine DNA-Probe: Spuren von Uwe Böhnhardt wurden an der Leiche Peggys gefunden

Der DNA-Fund des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt auf einem Gegenstand neben den sterblichen Überresten der lange vermissten Peggy geht allem Anschein nach nicht auf eine Verunreinigung zurück. Zwar wurden beide Leichen im rechtsmedizinischen Institut Jena untersucht - wenn auch im Abstand von fast fünf Jahren. Die Gegenstände, die am Fundort des Skeletts des kleinen Mädchens gefunden wurden, jedoch nicht. Es habe sich "ausschließlich" um "Skelettreste" von Peggy gehandelt, teilte das Insitut per Pressemitteilung mit. So wurde die Leiche von Böhnhardt dort im November 2011 obduziert. Die sterblichen Überreste der kleinen Peggy aus Oberfranken, die im Juli 2016 in einem Waldstück rund 15 Kilometer vom Ort ihres Verschwindens entfernt gefunden worden waren, wurden eben dann in Jena identifiziert. 

Auch die Untersuchung der Spuren, die am Fundort der Leiche Böhnhardts gesichert worden waren, fand demnach nicht in dem Institut statt. "Insofern ist eine etwaige zufällige Übertragung von DNA zwischen beiden Fällen durch das Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Jena ausgeschlossen", heißt es in der Pressemitteilung.

Zuerst hatte "Spiegel Online" darüber berichtet, das beide Leichen im selben Institut untersucht worden waren - allerdings ohne Zeitangabe. Der Bayerische Rundfunk hatte dem widersprochen und berichtet, dass Böhnhardts DNA von Rechtsmedizinern des LKA München untersucht worden war. Die zuständige Staatsanwaltschaft München war für einen Kommentar zunächst nicht erreichbar. Beide Szenarien schließen sich allerdings nicht aus. Nach der Obduktion in Jena könnte Böhnhardts DNA schließlich in München weiter untersucht worden sein.


DNA-Spuren von Uwe Böhnhardt am Fundort Peggys gefunden

Zuvor war bekannt geworden, dass die DNA von Böhnhardt im Juli auf einem Gegenstand am Fundort der getöteten Schülerin Peggy entdeckt worden. Bei dem Gegenstand soll es sich Medienberichten zufolge um ein kleines Stück Stoff, etwa so groß wie ein Fingernagel, handeln. Der Fund sei im "direkten Zusammenhang" mit der Entdeckung der Skelet-Teile erfolgt, teilte der Leitende Oberstaatsanwalt Herbert Potzel am Freitag in Bayreuth mit.

Unklar sei weiterhin, wo die 2001 spurlos verschwundene Neunjährige ums Leben gekommen sei. "Wir wissen nicht, wo der Tatort ist", sagte Potzel weiter.


Themen in diesem Artikel