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Thüringen: NSU-Spur im Fall Peggy: Bodo Ramelow glaubt nicht an Zufall

Wurde Peggy Knobloch Opfer rechtsradikaler Kinderschänder? Jüngste Spuren legen das nahe. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow schließt einen Zufall kategorisch aus

Bodo Ramelow vor Mikrofonen: NSU-Spur im Fall Peggy kein Zufall

Die Spur, die im Fall Peggy zum rechtsextremistischen NSU führt, hat Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow nicht überrascht.

Nach der Entdeckung einer DNA-Spur von Uwe Böhnhardt am Fundort des toten Kindes Peggy Knobloch geht Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow nicht von einem Zufall aus. "Ich kenne dieses Waldstück ziemlich gut. Ein Zufall wäre so unwahrscheinlich, dass wir von Anfang an gesagt haben, wir müssen das alles neu bewerten", sagte der Linken-Politiker am Dienstagabend in Coburg.

Hintergrund seiner Aussage sei, dass ein Mann in dem Waldstück eine Hütte habe, der Böhnhardt bereits in einem anderen Fall einer Kindstötung bezichtigt habe. Dabei geht es um einen der drei ungeklärten Fälle, um die sich seit Montag eine Sonderkommission in Jena kümmert: Der neun Jahre alte Bernd war 1993 verschwunden und wurde wenige Tage später tot am Ufer der Saale entdeckt. Böhnhardt war damals schon zeitweise ins Visier der Ermittler geraten.

Böhnhardt auch 2012 bezichtigt

Ein ebenfalls verdächtiger früherer Schulfreund hatte Böhnhardt zudem 2012 in einer Vernehmung des Bundeskriminalamtes bezichtigt, mit dem Mord zu tun gehabt zu haben. Er besitzt Ramelow zufolge die Waldhütte. Die Polizei Oberfranken wollte sich dazu am Dienstag nicht äußern. 

dho / DPA
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