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Falsches Fahndungsbild: Tunnel-Räuber tricksen Polizei aus

Rückschlag für die Aufklärung des Berliner Tunnel-Bankraubs: Am Dienstag veröffentlichte die Polizei ein Fahndungsfoto mit einem mutmaßlichen Täter. Heute zogen die Ermittler das Bild zurück.

Ein am Dienstag von der Berliner Polizei verbreitetes Fahndungsfoto zeigt keinen Beteiligten am spektakulären Tunnel-Coup vor rund zehn Tagen. Aufgrund von Hinweisen aus der Bevölkerung habe der Mann identifiziert werden können, sagte eine Polizeisprecherin. Es handele sich um einen Deutschen, der definitiv nichts mit der Tat zu tun habe.

"Inzwischen steht eindeutig fest, dass dieses Passfoto aus dem Internet herauskopiert wurde," so ein Polizeisprecher. Es gebe keinen Zusammenhang zwischen dem abgebildeten Mann und der Tat. "Lediglich eine zufällige Ähnlichkeit zwischen ihm und dem Mieter der Garage ist gegeben."

Bild auf Ausweis geklebt

Sein Bild habe missbräuchlich zur Anmietung eines Tiefgaragenplatzes durch einen der Täter im Februar 2012 gedient. Das Foto - vermutlich aus einem Facebookprofil - war auf einem niederländischen, gefälschten Ausweis angebracht worden. Ein Polizeisprecher sagte, die Täter hätten das Bild des Mannes offensichtlich aus dem Internet kopiert. Laut "Bild"-Zeitung soll es sich um einen Studenten aus Westdeutschland handeln, der sich zurzeit auf einer längeren Reise befinde. Die Polizei sagte dazu nur, zur Identität des Mannes auf dem Foto wolle sie keine weiteren Angaben machen.

Von der Tiefgarage aus hatten noch unbekannte Gangster in Berlin-Steglitz einen Tunnel gegraben, der in den Tresorraum der Volksbank führte. Dort brachen sie 309 Schließfächer auf, von denen 294 vermietet waren. Einer der Täter hatte dort auch ein Schließfach gemietet, um sich für den Einbruch ein Bild von den Gegebenheiten zu verschaffen. Bisher sind aufgrund von 240 Hinweisen aus der Bevölkerung drei Täter im Visier der Soko "Tunnel".

swd/DPA / DPA
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