Familiendrama am Niederrhein Mann schießt um sich - drei Tote


Bei einem Familiendrama in Schwalmtal am Niederrhein sind drei Menschen ums Leben gekommen, mindestens eine Person wurde schwer verletzt. Die Polizei hat mittlerweile das Haus gestürmt, in dem sich der Täter verschanzt hatte. Hintergrund des Verbrechens ist offenbar ein Ehestreit.

Bei einer Familientragödie in Nordrhein-Westfalen hat ein Mann aus Schwalmtal am Dienstagnachmittag drei Menschen erschossen und einen weiteren schwer verletzt. Der Täter verschanzte sich danach stundenlang in einem Wohnhaus im Ortsteil Amern, gab am Abend auf und konnte unverletzt festgenommen werden. Eine Leiche lag vor dem Haus, zwei weitere entdeckten die Beamten bei der Durchsuchung am Abend. Wie die Polizei mitteilte, gab es drei weitere Opfer, die unverletzt blieben und von Seelsorgern betreut wurden. In dem Haus, das in einer ruhigen Siedlung liegt, soll sich laut "Rheinischer Post" auch ein zwölfjähriges Kind befunden haben.

Hintergrund war offenbar ein Ehestreit

Nach Angaben des Landkreises Viersen fand in dem Haus ein Gutachter-Termin zur Schätzung des Gebäudes statt, um es verkaufen zu können. Der Mann verlor bei dem Termin offenbar die Nerven und schoss wild um sich. Dabei verletzte er einen der beiden Landkreis-Mitarbeiter schwer. Der Mann musste im Krankenhaus Viersen operiert werden. Die Identität der drei Toten ist bislang unklar. Zunächst hatte die Polizei auch von vier Toten berichtet, die Zahl dann aber am späten Abend ohne nähere Erläuterung nach unten korrigiert. Zunächst war auch von einer Geiselnahme die Rede, ein Sprecher wies diese Darstellung später aber zurück.

Die Schüsse fielen laut Polizei um 16.30 Uhr. Hintergrund sei wahrscheinlich eine Familienangelegenheit, sagte ein Polizeisprecher. Die Schießerei habe sich "im Nachgang zu einem Ehestreit" ereignet. Mehrere Spezialeinsatzkommandos waren vor Ort, das Haus war großräumig abgesperrt. Auch zahlreiche Rettungskräfte waren im Einsatz.

"So etwas habe ich hier bestimmt nicht erwartet"

Augenzeugen berichteten von Schreien, als die Polizisten in das Haus eindrangen. Kurze Zeit später wurde der Einsatz beendet, die Beamten rückten ab.

Schwalmtal liegt am Niederrhein, gehört zum Kreis Viersen und hat rund 19.000 Einwohner. Ein Anwohner sagte am Abend, das Geschehene sei unglaublich. "In so einem Ort wie Schwalmtal erwartet man das bestimmt nicht. Hier war plötzlich so ein Durcheinander, Polizisten in zivil und das SEK waren da", berichtete der Mann. Ein 18-jähriger Schüler erklärte, er sei "total schockiert". "So etwas habe ich hier bestimmt nicht erwartet." Sein ebenfalls 18-jähriger Freund sagte, die Tat habe sich "hier wie ein Lauffeuer verbreitet. Plötzlich gingen überall die Handys. Wir sind doch hier eigentlich so ein ruhiger Ort."

Ministerpräsident Rüttgers zeigte sich tief betroffen. Er sprach von "schrecklichen Ereignissen" und betonte noch am Abend seine Anteilnahme mit den Angehörigen der Opfer. Der Regierungschef sprach den Polizisten und Rettungskräften vor Ort seinen Dank aus. Landesinnenminister Ingo Wolf bezeichnete die Tat als furchtbare Tragödie. Das Mitleid gelte den Opfern und den Hinterbliebenen. "Wir werden alles daran setzen, das Geschehene so schnell wie möglich aufzuklären", erklärte der Politiker am Abend in Düsseldorf.

AP AP

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