Familiendrama von Rothenburg Sohn tötete Eltern und sich selbst


Der Sohn richtet die Waffe gegen seine Eltern, drückt zweimal ab - und erschießt sich danach selbst. Das hat die Obduktion der Leichen der Familientragödie von Rothenburg ob der Tauber ergeben. Die Motive des 28-Jährigen sind allerdings unklar.

Nach der Familientragödie in Rothenburg ob der Tauber mit drei Toten hat die Polizei den Schützen ermittelt: Es war der 28-jährige Sohn. Das habe die Obduktion der Opfer ergeben, teilte das Polizeipräsidium Mittelfranken am Dienstag mit. Demnach erschoss der Sohn seine 52-jährige Mutter und den 49 Jahre alten Vater mit dessen Revolver im elterlichen Schlafzimmer der Doppelhaushälfte.

Wie viele Schüsse abgegeben wurden, sagte die Polizei nicht. Die Tatwaffe gehörte dem Familienvater, der als Mitglied im Schützenverein eine Besitzkarte für den Revolver hatte, erklärte die Polizei. Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden lägen nicht vor. Das Motiv für die Bluttat sei im privaten Bereich zu suchen, hieß es.

Sichtbare Zeichen für Spannungen innerhalb der Familie, die gemeinsam in dem Haus lebte, habe es nach Auskunft der Angehörigen nicht gegeben. Möglicherweise würden die Hintergründe der Tat für immer im Dunkeln bleiben, sagte Polizeisprecherin Elke Schönwald der Nachrichtenagentur AP. Medienberichte, wonach der 28-Jährige vor drei Monaten festgenommen worden sei, wies sie als falsch zurück. "Es gibt keine Erkenntnisse, dass gegen ihn ermittelt wurde", betonte sie.

Polizisten hatten die Leichen am Montag im elterlichen Schlafzimmer des Einfamilienhauses am Ortsrand von Rothenburg entdeckt. Nachbarn hatten gegen 9 Uhr die Rothenburger Polizei angerufen und hatten berichtet, sie machten sich Sorgen, weil noch alle Rollos heruntergelassen seien und üblicherweise der Busfahrer bereits um 6 Uhr aus dem Haus gehe.

Die Polizei ließ die Tür von einem Schlüsseldienst öffnen. Die Leichen des 49-Jährigen und seiner 52-jährigen Ehefrau sowie der ebenfalls erschossene 28-jährige Sohn lagen im elterlichen Schlafzimmer. Nach Medienberichten soll es in der Familie Streit gegeben haben.

AP/DPA AP DPA

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