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Familientragödie in Frankreich Mutter und ihre vier Kinder tot - Polizei fahndet nach dem Vater


Erst sah es nach einem mysteriösen Vermisstenfall aus - doch inzwischen deutet alles auf eine blutige Tragödie hin. Nach dem Verschwinden einer sechsköpfigen Familie hat die Polizei in Nantes inzwischen die Leichen der Mutter und ihrer vier Kinder entdeckt. Gefahndet wird jetzt nach dem Vater.

Zweieinhalb Wochen nach dem Verschwinden einer sechsköpfigen Familie in Westfrankreich hat die Polizei die Leichen der Mutter und der vier Kinder entdeckt - und fahndet nun nach dem Vater. Die fünf Leichen seien alle auf dem Grundstück der Familie in Nantes entdeckt worden, verlautete am Donnerstagabend aus Ermittlerkreisen. Nun werde der 50-jährige Vater gesucht. "Alles ist vorstellbar", sagte ein Ermittler.

Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor den Fund von drei Leichen unter der Terrasse des Hauses mitgeteilt und erklärt, die Toten seien offenbar erschossen worden.

Die Familie aus Nantes mit vier Kindern im Alter zwischen 13 und 21 Jahren wurde seit Anfang April vermisst. Die Eltern hatten die beiden jüngeren Kinder von der Schule abgemeldet. Auf dem Briefkasten des Hauses klebte ein Zettel mit der Aufschrift "Post an den Absender zurück. Danke".

Ausgeräumte Schränke, abgezogene Betten

Nachbarn hatten die Polizei auf das rätselhafte Verschwinden der Familie aufmerksam gemacht. Im Fernsehen erklärte einer von ihnen, der überquellende Briefkasten habe ihn kaum erstaunt. "Doch als Freunde der Kinder kamen und wissen wollten, was los war, wurde ich stutzig", sagte ein bärtiger Mittfünfziger vor laufender Kamera.

Keines der Familienmitglieder reagierte mehr auf Handy-Anrufe. Polizisten hatten bei einer Hausdurchsuchung festgestellt, dass die Schränke ausgeräumt und Bettlaken abgezogen waren. Spuren einer Auseinandersetzung gab es nicht. Nachbarn beschrieben die Familie als ruhig und unscheinbar.

Vater machte mysteriöse Andeutungen

Bekannten gegenüber hatte vor allem der Vater merkwürdige Andeutungen gemacht: Dazu gehörte die Behauptung, er sei US-Geheimagent und müsse im Rahmen eines Zeugenschutzprogramms abtauchen. Anderen gegenüber soll er eine berufliche Versetzung nach Australien angekündigt haben. Damit war in einem Schreiben an den Schuldirektor auch das Fehlen von zweien der Kinder erklärt worden. Im Brief lag sogar ein Scheck für die Schulgebühren.

Auf einem nahe dem Haus abgestellten Auto - es soll der verschwundenen Mutter gehören - fanden die Beamten den in den Staub geschriebenen Satz: "Das hättest Du nicht tun dürfen - Du fehlst mir!" Unklar blieb aber, ob der Satz im Zusammenhang mit dem mysteriösen Verschwinden der Familie steht. Ein der Familie gehörender Pritschenwagen ist nach Medienberichten verschwunden.

kng/DPA/AFP DPA

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