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Familienvater verurteilt: Angefahren und vergewaltigt - lange Haftstrafe

Lange Haftstrafe für ein schreckliches Verbrechen: Weil er eine 13-jährige Radfahrerin mit seinem Auto anfuhr und dann vergewaltigte, muss ein Familienvater zehn Jahre und neun Monate ins Gefängnis.

Der Kinderschänder, der eine 13-jährige Radfahrerin mit dem Auto in Hille anfuhr und vergewaltigte, hat mit zehn Jahren und neun Monaten eine ungewöhnlich hohe Haftstrafe erhalten. Das Landgericht Bielefeld schloss sich am Montag den Forderungen der Staatsanwaltschaft an. Der Vorsitzende Richter Reinhard Kollmeyer erklärte, es sei eine außergewöhnlich schwere und nicht nachvollziehbare Straftat, die überall Fassungslosigkeit hervorgerufen habe. Das Verbrechen sei "quälend, erdrückend und kaum zu ertragen".

Der 31-jährige fünffache Familienvater hatte im Prozess ein Geständnis abgelegt. Im Gegensatz zu früheren Vernehmungen bestritt er jedoch, den Unfall absichtlich herbeigeführt zu haben. Die 13-Jährige war am 13. April, Ostermontag, gegen 20.30 Uhr mit ihrem Fahrrad auf dem Heimweg von einer Freundin. Bei dem Umfall prallte sie gegen das Auto und zog sich unter anderem einen Kieferbruch zu. Der Autofahrer trug sie in sein Auto und verging sich auf einem nahe gelegenen Parkplatz an ihr. Die Eltern meldeten sie als vermisst. Das Mädchen tauchte erst nach mehreren Stunden barfuss und völlig verstört wieder in der Nähe ihres Elternhauses auf. Einen Tag später wurde der damals 30-jährige ungelernte Arbeiter in Lübbecke nach einem Zeugenhinweis festgenommen.

"Einen derart brutalen Überfall auf ein Mädchen habe ich noch nicht erlebt", sagte Staatsanwältin Sabine Berger in ihrem Plädoyer. Die Tat suche an Emotionslosigkeit und Kaltschnäuzigkeit ihresgleichen. Aus Sicht der Anklage hatte der Mann die Tat geplant und den Unfall bewusst provoziert, auch wenn er dies im nach hinein bestreite. Es sei Zufall gewesen, dass das Mädchen überhaupt überlebt habe. Dagegen sagte der Verteidiger Andreas Chlosta: "Das war ein unabsichtlicher Unfall, die Tat war nicht geplant." Die Vernehmungsprotokolle, denen zufolge sein Mandant zugegeben hat, den Zusammenstoß provoziert zu haben, würden nicht dem tatsächlichen Wortlaut entsprechen, erklärte er. Die Beamten hätten unter großem Druck gestanden und Fehler gemacht.

Der Verteidiger hatte eine Haftstrafe von sechs Jahren beantragt. Die Mutter der 13-Jährigen hatte die Möglichkeit zurückgewiesen, ihre Tochter könne den Unfall mit einem Fahrfehler verursacht haben. Sie bezeichnete das Mädchen als "sichere Fahrradfahrerin". Ein Gutachter erklärte am Montag, eine Wiederholungsgefahr sei bei dem 31-Jährigen nicht auszuschließen. Die Polizei hatte nach der Festnahme des Täters berichtet, der Familienvater habe sich nach eigenen Angaben schon seit längerer Zeit mit dem Gedanken getragen, ein junges Mädchen zu vergewaltigen. Anzeichen für eine verminderte Schuldfähigkeit zum Tatzeitpunkt gibt es laut Gutachter nicht.

DPA/AP / AP / DPA