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Fehlende Kupferkabel: Metalldiebe legen Bahnstrecke Hannover-Hamburg lahm

Nichts ging mehr auf der Strecke Hannover-Hamburg: Weil Metalldiebe Dutzende Kupferkabel abmontierten, musste die Bahntrasse in Niedersachsen nachts für acht Stunden gesperrt werden. Mehr als 100 Züge waren betroffen.

Metalldiebe haben die Bahnstrecke Hannover-Hamburg in der Nacht zum Mittwoch für rund acht Stunden lahmgelegt. Nach Angaben der Bundespolizei stahlen die Täter in Isernhagen bei Hannover auf einem rund zwei Kilometer langen Abschnitt etwa 80 Erdungskabel von Strommasten und Signalanlagen, aber auch sogenannte Schienen- und Gleisverbinder. Die Kabel enthalten Kupfer, für das auf dem Markt derzeit Spitzenpreise gezahlt werden.

Entdeckt wurde der Diebstahl am Dienstagabend gegen 20 Uhr von Mitarbeitern der Bahn bei einer Streckenbegehung. Weil es an ungeerdeten Anlagen zu einem gefährlichen Spannungsüberschlag kommen kann, wurde umgehend eine Reparatur angeordnet. Für die Instandsetzungsarbeiten musste ein spezieller Reparaturzug aus dem 100 Kilometer entfernten Göttingen anrücken. In beiden Fahrtrichtungen wurde der Strom abgestellt. Die Sperrung dauerte bis 4 Uhr am Mittwochmorgen. Betroffen waren nach Angaben der Bundespolizei 107 Züge, die Strecke war beidseitig blockiert. Der komplette Fernverkehr musste umgeleitet werden.

Hotline für mögliche Zeugen eingerichtet

Die Bundespolizei hat bisher keine Hinweise auf die Täter, sie hofft nun auf Tipps von möglichen Zeugen. Dazu schaltete die Polizei auch eine kostenfreie Hotline (0800 688 8000).

Seit einigen Jahren kommt es an Bahn-Strecken verstärkt zu Diebstählen von Kabeln und anderem metallhaltigen Material. Dadurch bedingte Streckensperrungen sind keine Seltenheit. Auch die Trasse zwischen Hannover und Hamburg sei im Bereich Isernhagen schon öfter betroffen gewesen, teilte die Bundespolizei mit. Das habe erhebliche Auswirkungen auf den Betrieb und verursache hohe Kosten.

Zuletzt hatte die Deutsche Bahn in Berlin angekündigt, dass sie im Kampf gegen die Metalldiebe künftig mit Schrotthändlern zusammenarbeiten will. Die Bahn markiert inzwischen einige Metallteile mit künstlicher DNA - so soll das potenzielle Diebesgut identifizierbar bleiben. Nachgedacht wird bei der Bahn nun darüber, dass Schrotthändler künftig verdächtiges Material, das ihnen angeboten wird, mit Hilfe spezieller Geräte auf diesen unsichtbaren Eigentumscode der Bahn untersuchen.

mlr/DPA/AFP / DPA
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