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Proteste in Ferguson: Polizei nimmt 15 Demonstranten fest

Bei Protesten für den getöteten Michael Brown hat die Polizei in Ferguson 15 Personen festgenommen. Die Demonstranten nutzten am "Black Friday" unter anderem ein Einkaufzentrum für ihre Protestaktion.

Die Demonstranten in Ferguson protestierten gegen die Entscheidung, dass sich der Polizist und Todesschütze Darren Wilson nicht vor Gericht verantworten muss

Die Demonstranten in Ferguson protestierten gegen die Entscheidung, dass sich der Polizist und Todesschütze Darren Wilson nicht vor Gericht verantworten muss

Bei neuen Protesten in der US-Kleinstadt Ferguson hat die Polizei am Freitag (Ortszeit) 15 Menschen festgenommen. Die Beamten hätten versucht, eine Demonstration wegen der tödlichen Polizeischüsse auf einen schwarzen Jugendlichen aufzulösen, teilte die Polizei mit. Einige Demonstranten hätten die Aufforderung, die Straße zu verlassen, jedoch ignoriert und seien daher festgenommen worden. Einem von ihnen drohe nun eine Anklage wegen eines Angriffs auf einen Polizeibeamten. Andere Protestaktionen seien dagegen "friedlich" verlaufen.

Der Fall des 18-jährigen Michael Brown, der am 9. August in Ferguson von dem weißen Polizisten Darren Wilson erschossen worden war, erregt seit Monaten die Gemüter. Die Wut kochte am Montag über, als eine Jury bekannt gab, dass sie auf eine Anklage gegen Wilson verzichten werde, da kein Fehlverhalten festgestellt werden konnte. Die Tötung des unbewaffneten schwarzen Teenagers hatte eine nationale Debatte über Rassismus und Polizeigewalt in den USA entfacht. Für Samstag war erneut zu landesweiten Protesten gegen das Ferguson-Urteil aufgerufen worden.

Demonstranten stellten sich tot

In Ferguson hatten Demonstranten am Freitag mitten in der traditionellen Rabattschlacht zum Black Friday die Schließung eines Einkaufszentrums erzwungen. "Hört auf zu shoppen und schließt Euch der Bewegung an", riefen die Demonstranten. Rund hundert Protestteilnehmer stellten sich in Erinnerung an die mehr als vier Stunden, die Browns Leiche auf der Straße liegen geblieben war, auf dem Boden der Einkaufspassage tot. Aus Sorge vor Ausschreitungen schlossen die Geschäfte, bevor die Demonstranten nach einer Stunde das Gebäude verließen. Später wurde das ganze Einkaufszentrum von der Polizei geräumt.

In New York blockierten Demonstranten das bekannte Warenhaus Macy's im Geschäftsviertel Manhattan, einige von ihnen wurden daraufhin festgenommen. Auch im kalifornischen Oakland kam es zu Protesten, bei denen ein Regionalbahnhof für zwei Stunden besetzt wurde.

Am Black Friday, dem Freitag nach Thanksgiving, locken die Geschäfte in den USA traditionell Scharen von Käufern mit hohen Rabatten. Mehrere prominente Schwarze machten sich dieses Jahr jedoch für einen Boykott der Einkaufsschlacht stark, um gegen die Vorkommnisse in Ferguson zu protestieren und weitere Aufmerksamkeit auf die Rassismusdebatte zu lenken.

kup/AFP / AFP
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