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Todestag von Michael Brown: Gedenkmarsch eskaliert - wieder Schüsse in Ferguson

Die Demonstrationen in der US-Kleinstadt Ferguson in Gedenken an den erschossenen schwarzen Jugendlichen Michael Brown vor einem Jahr sind in der Nacht eskaliert. Es fielen sogar Schüsse.

Polizisten in der US-Kleinstadt Ferguson

Polizisten in der US-Kleinstadt Ferguson: Über 50 Schüsse sollen gefallen sein

Bei Zusammenstößen in der US-Stadt Ferguson ist mindestens ein Demonstrant verletzt worden. Rund zwei dutzend Schüsse wurden am späten Sonntagabend (Ortszeit) in der Kleinstadt im Bundesstaat Missouri abgefeuert, ein Demonstrant lag verletzt am Boden, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Die Polizei im County St. Louis erklärte auf Twitter, es seien "mehrere Schüsse" abgegeben worden.

Einer ihrer Beamten sei unter "heftigen Beschuss" gekommen, meldete die Polizei und veröffentlichte dazu unter anderem ein Foto, das eine durchschossene Frontscheibe eines Autos zeigte. Ein Journalist der "New York Times" berichtete, dass Beamte hinter Fahrzeugen in Deckung gegangen seien. Hubschrauber kreisten über dem Geschehen. Es blieb zunächst unklar, wer die Schüsse abgegeben hatte.

In Ferguson hatten am Sonntag hunderte Menschen bei einer Kundgebung an die tödlichen Polizeischüsse auf den schwarzen Jugendlichen Michael Brown vor genau einem Jahr erinnert. Unter anderem verharrten die Demonstranten am Sonntag viereinhalb Minuten lang in Schweigen - in Erinnerung an die viereinhalb Stunden, die die Leiche des 18-Jährigen auf der Straße gelegen hatte, bevor sie weggebracht wurde. Zudem wurden zwei weiße Tauben in die Luft gelassen. Viele Teilnehmer trugen T-Shirts mit dem Abbild Browns, andere hielten Schilder mit Aufschriften wie "Stoppt das Töten von schwarzen Kindern".

Michael Brown starb vor einem Jahr

Am Abend wuchsen dann die Spannungen, als mindestens ein Geschäft geplündert wurde. Etwa 50 Menschen plünderten einen Schönheitssalon in Ferguson.

Brown war am 9. August 2014 nach einem Handgemenge von dem weißen Polizisten Darren Wilson in Ferguson im Bundesstaat Missouri mit mehreren Schüssen getötet worden. Wilson wurde nicht angeklagt, obwohl der Jugendliche unbewaffnet war. Browns Tötung und der spätere Verzicht auf einen Strafprozess hatten in Ferguson und zahlreichen anderen Städten der USA zu teils gewalttätigen Protesten geführt. An dem Fall entzündete sich eine landesweite Debatte über Rassismus und Polizeigewalt.

fin / AFP
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