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Twitter-Reaktionen zum Ferguson-Urteil: "Geht doch zurück nach Afrika"

Ferguson brennt. Und die Emotionen kochen hoch - besonders im Netz. Twitter-Nutzer überschütten sich gegenseitig mit Rassismusvorwürfen. Teilweise schlägt den Demonstranten blanker Hass entgegen.

In der US-Kleinstadt Ferguson eskaliert die Lage nach dem Verzicht auf eine Anklage gegen einen Todesschützen der Polizei

In der US-Kleinstadt Ferguson eskaliert die Lage nach dem Verzicht auf eine Anklage gegen einen Todesschützen der Polizei

Gebäude stehen in Flammen, Plünderer verwüsten die Stadt, Polizisten und Journalisten werden angegriffen - die Entscheidung gegen eine Anklage im Fall von Michael Brown stürzt Ferguson in Chaos und Gewalt. Dreieinhalb Monate beriet die Jury aus zwölf Geschworenen, ob die Beweislage für eine Anklage gegen den Schützen ausreicht. Das Urteil: Nein.

Die Entscheidung spaltet die Nation. Die sozialen Netzwerke dienen dabei wieder mal als Ventil, sowohl für die Wut über die Entscheidung der Jury, als auch für die Empörung über die Ausschreitungen in Ferguson. Für die Mehrheit der Twitter-Nutzer ist das Urteil ein Sinnbild für Diskriminierung von Afroamerikanern in der amerikanischen Gesellschaft.

Eine Szene aus der Sitcom "Der Prinz von Bel Air" hat für viele einen hohen Symbolcharakter. "Diese Szene war einst als Scherz gedacht. Doch nach den Ereignissen der letzten Tage, hätte man es nicht besser ausdrücken können", kommentiert diese Nutzerin das Geschehen.

Viele werfen der weißen US-Bevölkerung Rassismus vor. Dieser Nutzer schreibt: "Böse weiße Männer im Internet entpuppen sich als die schrecklichsten Kreaturen der Welt."

"Friedhof der Bürgerrechte"

Andere haben genug von der Heuchelei der Vereinigten Staaten und deren Rolle als "Weltpolizei". Sie sehen die Menschenrechte in Ferguson mit Füßen getreten. Ein User bemerkt: "Die Tatsache, dass Nordkorea die USA als 'Friedhof der Bürgerrechte' bezeichnet hat, spricht für sich."

Wenig überraschend ist, dass ein Reporter von RT Deutschland schreibt: "Die USA führen sich als Weltpolizei auf und man sieht, was sie unter Gerechtigkeit verstehen."

"Geht doch zurück nach Afrika"

Doch es gibt auch andere Stimmen. Viele üben Kritik an den Demonstranten. Dieser User twittert: "Ich frage mich, wie viele der Protestler in Ferguson Geld vom Staat bekommen, dessen Flagge sie verbrennen."

Viele werfen ihrerseits den Afroamerikanern Rassismus gegenüber den Weißen vor. "Schwarze Menschen, die wütend darüber sind, dass ein weißer Polizist, von dem sie wissen, dass er unschuldig ist, nicht vom Staat umgebracht wird, bezeichnen mich als Rassisten", echauf­fie­rt sich dieser User.

"Wäre ein schwarzer Mann vom Verdacht des Mordes freigesprochen worden, und Weiße würden gegen dieses Urteil gewaltsam protestieren, würde man sie als extrem rassistisch bezeichnen", gibt dieser Nutzer zu bedenken.

"Schwarze erschießen, ermorden und rauben sich gegenseitig aus und beschuldigen dann Weiße", kommentiert eine Userin die Geschehnisse in Ferguson.

Besonders ein Tweet polarisiert die Twitter-Gemeinde. Ein Nutzerin schrieb: "Ich habe kein Mitleid mit den Schwarzen. Wenn ihr uns so sehr hasst, geht zurück nach Afrika. Wir hätten euch nie kaufen sollen."

Einige geben der Twitterin Recht, doch die meisten widersprechen ihr. In sozialen Netzwerk wurde sie so heftig attackiert, dass sie mittlerweile ihren Account sperren musste.

Ellen Ivits