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Festnahmen in Betrugsfall: Mit Münzschrott Millionen ergaunert

Man nehme geschredderte Münzen, lasse sie in China auffrischen und von Stewardessen nach Deutschland bringen - fertig ist der Millionenbetrug. Die Geschichte eines spektakulären Kriminalfalls.

Von Mareike Rehberg

Auch Geld ist irgendwann nichts mehr wert. Unbrauchbare Euro-Münzen werden an die Bundesbank geschickt, weil sie kaum mehr zu erkennen sind oder der Fahrkartenautomat sie ständig ausspuckt. Doch was passiert mit den ausrangierten Geldstücken? Sie werden zu Münzschrott verarbeitet, der eigentlich nur noch bei Altmetallhändlern auf Interesse stößt. Eigentlich. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hat jetzt eine Bande von Betrügern gefasst, die aus genau diesem Schrott jahrelang Kapital geschlagen hat.

Von 2007 bis November 2010 soll eine Gruppe von mindestens 25 Verdächtigen rund 29 Tonnen entwertete Euro-Münzen in China wieder zusammengesetzt und zurück nach Deutschland gebracht haben. Bei der Bundesbank sollen sie das Geld in Scheine umgetauscht und so eine Beute von etwa sechs Millionen Euro erzielt haben. Ermittelt wird auch gegen vier Flugbegleiter der Lufthansa, die das Kleingeld in ihren Gepäckstücken zurück nach Deutschland befördert haben sollen. Gegen Bundesbank-Mitarbeiter hegen die Ermittler keinen Verdacht.

Aufgeflogen ist der Betrugsskandal nur, weil eine Stewardess sich Anfang 2010 am Frankfurter Flughafen derart mit ihrem Gepäck abmühte, dass ein Zollbeamter auf sie aufmerksam wurde. In ihrer Tasche befanden sich Tausende Ein- und Zwei-Euro-Stücke. Da begannen die Ermittlungen von Zollbehörde, Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft. Zuvor war der Münzschmuggel nie aufgefallen, weil Bargeld erst ab einem Wert von 10.000 Euro verzollt werden muss. Zudem bringt die Crew ihr Gepäck immer selbst zum Flugzeug, es durchläuft zwar einen Sicherheitscheck, muss aber nicht übers Transportband, erläutert Lufthansa-Sprecher Michael Lamberty auf Anfrage von stern.de.

Jeder darf den Münzschrott kaufen

Doch warum war es für die Täter jahrelang so einfach, Metallschrott in druckfrische Geldscheine umzutauschen? Die Bundesbank nimmt unbrauchbar gewordene Münzen zwar an, schildert Sprecherin Susanne Kreutzer stern.de das Prozedere, mit dem Recycling und dem weiteren Verkauf habe das Geldinstitut jedoch nichts mehr zu tun.

Die alten Münzen werden an ihren Ursprungsort zurückgeliefert, an die fünf deutschen Münzprägeanstalten in Karlsruhe, München, Hamburg, Berlin und Stuttgart. Hier wird das unbrauchbar gewordene Geld entwertet. Münzring und Münzinnenteil werden voneinander getrennt und platt gewalzt.

Für Interessenten ist es ganz leicht, diesen Schrott zu kaufen. Über das Verwertungsunternehmen des Bundes (Vebeg) kann jeder sein Gebot für öffentlich ausgeschriebene Münzschrottchargen abgeben. Zwischen einer und sechs Tonnen wiegt eine Charge ungefähr, berichtet Vebeg-Prokurist Volkmar Kunert. Abholen muss der Käufer – zumeist sind es Metallhändler – die Ware persönlich bei den Prägeanstalten.

Ermittler nehmen sechs Verdächtige fest

Diesen Aufwand haben die Verdächtigen offenbar, so meinen die Ermittler, jahrelang betrieben, um Millionen damit zu verdienen. Bei Razzien in zehn Wohnungen und Geschäftsräumen unter anderem in Frankfurt, Offenbach und Fulda nahmen die Ermittler sechs Verdächtige zwischen 28 und 45 Jahren fest, unter ihnen vier Chinesen. Fünf kamen umgehend in Untersuchungshaft, der sechste Verdächtige sollte am Donnerstag dem Haftrichter vorgeführt werden. Beschlagnahmt wurde außerdem eine Maschine zum Zusammenbau der Münzteile.

Wieso war es möglich, die "reparierten" Münzstücke wieder gegen gültiges Papiergeld einzutauschen? Nach Angaben der zuständigen Staatsanwaltschaft kontrolliert die Bundesbank, die beschädigte Münzen kostenfrei ersetzt, den Wert abgegebener Euros durch Wiegen, nur stichprobenartig werden Geldstücke genauer unter die Lupe genommen. Die Münzen müssen in sogenannten Safebags abgegeben werden, die man im Internet kaufen kann. Dass die nun aufgeflogene Bande originale Münzbestandteile für ihre Fälschungen nutzte, erschwerte die Echtheitsprüfung am Schalter.

mit Agenturen
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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