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Flensburg: Messerstecher im Zug soll ein Flüchtling aus Eritrea gewesen sein

Der Messerstecher, der in Flensburg von einer Bundespolizistin erschossen wurde, soll ein junger Mann aus Eritrea gewesen sein. Es hatte einen Streit im Zug gegeben.


Vorfall in Intercity-Zug: Flensburg: Polizistin erschießt Messerangreifer

Der von einer Bundespolizistin in einem Zug in Flensburg erschossene Messerstecher war nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ein junger Mann aus Eritrea. Der 24-Jährige sei nach den Ermittlungen im September 2015 als Flüchtling über Österreich nach Deutschland eingereist, hieß es in Sicherheitskreisen. Die Sicherheitsbehörden haben demnach bisher keine Anhaltspunkte für einen terroristischen Hintergrund der Tat.

Der Eritreer habe nach ersten Erkenntnissen einen Schutzstatus aus humanitären, politischen oder sonstigen Gründen gehabt, hieß es weiter. Details waren zunächst nicht bekannt. Offiziell hieß es, die genaue Identität des Mannes stehe noch nicht fest und werde erst im Tagesverlauf durch eine Obduktion zu klären sein.

Am Mittwochabend soll der Mann einen Fahrgast und eine Polizistin mit Messerstichen verletzt haben, wie die Polizei zuvor mitgeteilt hatte. Die Beamtin, die nach dpa-Informationen in dem Zug mitreiste, erschoss den Täter. Nach bisherigen Erkenntnissen habe die 22-Jährige ihre Dienstwaffe eingesetzt, hatte die Polizei zuvor mitgeteilt. 

Zu den Hintergründen des Vorfalls und  warum es zu der tödlich endenden Auseinandersetzung kam, ist bislang nichts bekannt. 

Intercity kam aus Köln in Flensburg an

Der IC 2406 befand sich auf dem Weg von Köln nach Flensburg. Laut Bundespolizei ereignete sich der Vorfall gegen 19 Uhr im Bahnhof Flensburg. Die "Bild"-Zeitung berichtete, ein Zugbegleiter habe wegen eines Streits zwischen zwei Männern über Lautsprecher nach Polizisten an Bord gefragt. Die mitreisende Polizistin soll dann versucht haben, den Streit zu schlichten.

Einer der Männer soll mit einem Messer auf den anderen eingestochen haben, bevor er auch die Polizistin attackiert habe. Die zuerst mit dem Messer attackierte Person wurde laut "Bild" schwer verletzt.

Am Donnerstagmorgen teilte die örtliche Polizei mit, die beiden bei der Attacke Verletzten - also der Fahrgast und die Polizistin - schweben nicht in Lebensgefahr. Der Zustand der 22-jährigen Polizistin und des zweiten Opfers sei stabil, hieß es. Weitere Angaben machten die Beamten zunächst nicht.

Polizisten sichern den Bahnhof in Flensburg

Polizisten sichern den Bahnhof in Flensburg

DPA


Ein Polizeisprecher sagte der "Bild", dass die Polizistin nicht im Dienst war, aber in Uniform in dem Zug reiste. "Das ist nichts Außergewöhnliches, Polizisten dürfen in Uniform Zug fahren und sind dabei auch bewaffnet", wurde der Sprecher zitiert.

Bahnhof zeitweise geräumt, Zugverkehr unterbrochen

Der Flensburger Bahnhof wurde nach dem Vorfall am Mittwoch vorübergehend geräumt, war am Abend dann aber wieder zugänglich. Auch die Zufahrtsstraßen waren zwischenzeitlich gesperrt, der Zugverkehr nach Flensburg wurde unterbrochen.

Bundespolizei, Landespolizei und Kriminalpolizei waren vor Ort im Einsatz. Staatsanwaltschaft und Kripo haben die Ermittlungen übernommen.

Seehofer: "Gewalt darf nie geduldet werden"

Bundesinnenminister Horst Seehofer äußerte sich  "tief bestürzt" über den Messerangriff. "Beiden Verletzten gilt mein tiefes Mitgefühl und ich wünsche ihnen eine hoffentlich schnelle Genesung", sagte der CSU-Politiker am Abend.  "Gewalt darf nie geduldet werden, sei sie gegen die Bevölkerung oder gegen Polizisten gerichtet", betonte der Innenminister. Es sei ihm "ein wichtiges Anliegen, für die Sicherheit in Deutschland zu sorgen".

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anb / DPA / AFP