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Folgen der Missbrauchsaffäre Weitere BBC-Chefs schmeißen hin


Die britische Rundfunkanstalt kommt nicht zur Ruhe: Wegen des Missbrauchsskandals um den verstorbenen Starmoderator Jimmy Savile verlässt nach dem Chef noch mehr Spitzenpersonal das Medienhaus.

Im Zuge der Ermittlungen wegen sexuellen Missbrauchs durch einen BBC-Moderator sind bei der britischen Rundfunkgesellschaft Berichten zufolge zwei weitere ranghohe Mitarbeiter zurückgetreten. Nachrichtenchefin Helen Boaden und ihr Stellvertreter Stpehen Mitchell seien zurückgetreten, berichteten die Sender BBC News und Sky News am Montag. Beide seien angesichts laufender Untersuchungen zur Zurückhaltung von Informationen im Fall des verstorbenen BBC-Starmoderators Jimmy Savile, der hunderte Kinder missbraucht haben soll, zum Rücktritt aufgefordert worden. Am Samstagabend war bereits BBC-Chef George Entwistle zurückgetreten.

Entwistle übernahm damit die journalistische Verantwortung für einen Film in der Sendung "Newsnight", der den früheren Schatzmeister der britischen Konservativen, Alistair McAlpine, fälschlicherweise als Kinderschänder darstellte. Das war ein schwerer Recherchefehler. "Der Film hätte nie ausgestrahlt werden dürfen", sagte Entwistle. Zuvor war bekannt geworden, dass die BBC 2011 eine Sendung mit Vorwürfen gegen ihren eigenen Musikmoderator Jimmy Savile unter den Teppich gekehrt hatte. Erst der Konkurrenzsender ITV strahlte die Vorwürfe gegen den im vergangenen Jahr im Alter von 84 Jahren gestorbenen Savile vor wenigen Wochen aus.

Neue Festnahme im Fall Savile

In dem Missbrauchsskandal um Savile nahmen Ermittler am Sonntag einen weiteren Verdächtigen fest. Dem Mann werde sexueller Missbrauch vorgeworfen, teilte die Polizei mit. Den Namen des Verdächtigen nannte sie nicht. Er wurde den Angaben zufolge auf Kaution wieder auf freien Fuß gesetzt. Es war die dritte Festnahme im Zusammenhang mit der Savile-Affäre. Zuvor waren bereits der Komiker Freddie Starr und Glam-Rocker Gary Glitter vorübergehend festgenommen worden. Auch sie kamen auf Kaution frei.

Die Affäre erschüttert seit Wochen Großbritannien, immer wieder gibt es neue Enthüllungen. Scotland Yard hat inzwischen wegen des Verdachts auf "Missbrauch in noch nie dagewesenem Ausmaß" Ermittlungen eingeleitet. Den Ermittlern zufolge gibt es Hinweise, dass Savile rund 40 Jahre lang Kinder missbrauchte. Die Polizei geht von 300 möglichen Opfern aus.

cjf/AFP/DPA DPA

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