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Offizier unter Terrorverdacht: Franco A. wollte offenbar Heiko Maas und Joachim Gauck ermorden

Monatelang soll sich Oberleutnant Franco A. als syrischer Flüchtling ausgegeben und einen Anschlag geplant haben. Aber nicht nur das: Auf der Todesliste des Bundeswehroffiziers sollen auch Spitzenpolitiker gestanden haben.

Franco A. soll Heiko Maas (l.) und Joachim Gauck im Visier gehabt haben

Franco A. soll Heiko Maas (l.) und Joachim Gauck im Visier gehabt haben

Nach Informationen des "Tagesspiegels" hatte der wegen Terrorverdachts festgenommene Oberleutnant Franco A. auch den ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck und Bundesjustizminister Heiko Maas im Visier. Beide Namen stünden auf der Liste potenzieller Anschlagsopfer des Offiziers,  berichtet die Zeitung unter Berufung auf Quellen in den Sicherheitskreisen.

Die Existenz der Liste war am Wochenende bekannt geworden. Auf ihr steht auch die Politikerin Anne Helm, die für die Linkspartei im Berliner Abgeordnetenhaus sitzt. Franco A. habe mehr als fünf Personen auf der Liste eingetragen, hieß es. Sicherheitsexperten sagten, möglicherweise kämen außer Franco A. und Mathias F. weitere Personen als Beschuldigte in Betracht. Das könnte dann strafrechtlich bedeuten, dass gegen eine terroristische Vereinigung ermitteln werden müsste.

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hat unterdessen die Ermittlungen übernommen. Es bestehe der Anfangsverdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, sagte ein Sprecher am Dienstag.

Franco A. könnte Bundeswehr-Munition gestohlen haben

Franco A. war Anfang Februar in Österreich aufgefallen, weil er auf dem Flughafen Wien eine Pistole in einer Toilette versteckt hatte. Ermittlungen ergaben, dass er sich in Deutschland unter falschem Namen als syrischer Flüchtling ausgab. Daraufhin wurde er vergangenen Mittwoch festgenommen. Franco A. und ein 24-jähriger mutmaßlicher Komplize sitzen in Untersuchungshaft.

Außerdem könnte der Offizier möglicherweise auch Munition aus Bundeswehr-Beständen gestohlen haben. "Wir haben Unstimmigkeiten festgestellt", sagte der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Volker Wieker, am Dienstag. Dabei geht es seinen Angaben zufolge um Munition, die angeblich bei einer Schießübung verwendet worden sein soll, die Franco A. geleitet hatte.

Rechtsextreme Haltung muss bekannt gewesen sein

Der Offizier Franco A. war zuletzt in einer Kaserne stationiert, in der rechtsextremes Gedankengut zumindest in Teilen akzeptiert gewesen sein muss. Nach Informationen des Verteidigungsministeriums fanden die Inspekteure des Heeres und der Streitkräftebasis bei einem Besuch an dem Standort in Illkirch Hakenkreuz-Kritzeleien auf Wänden und auf einem Sturmgewehr. An den Wänden hingen Landser-Bilder und andere "Wehrmachts-Souvenirs". 

Von der Leyen hatte nach der Festnahme von Franco A. in der vergangenen Woche in einem offenen Brief an die Angehörigen der Bundeswehr erklärt, die jüngsten Skandale in der Truppe seien keine Einzelfälle mehr. Sie ging damit etwa auf die seit langem intern bekannte rechtsextreme Haltung des inhaftierten Oberleutnants Franco A. und auf Mobbing-Fälle in einer Pfullendorfer Kaserne ein.

ivi / AFP / DPA