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Frankfurter Flughafen: Zoll findet Diamanten, Elfenbein und Eisbärenfell

Elfenbein und Eisbärenfell, Diamanten und Drogen - dies hat der Zoll am Frankfurter Flughafen entdeckt. Beim Rauschgift machen den Fahndern immer größere Mengen synthetischer Substanzen zu schaffen.

Ein riesiges Eisbärenfell in einem Rollkoffer, Diamanten im Wert von mehr als vier Millionen Euro und zehn Kilo Elfenbein in einem Paket: Das sind die spektakulärsten Funde, die der Zoll am Frankfurter Flughafen im vergangenen Jahr gemacht hat. Mehrere Kilo Flüssig-Kokain in Rum-Flaschen und Haarspray-Dosen sowie Amphetamine in Laptops, DVD-Playern und einem bunten Deko-Häuschen gehören zu den auffälligsten Drogenfunden. An Deutschlands größtem Flughafen wurden 2012 insgesamt rund 793 Kilo Rauschgift sichergestellt - 32 Kilo mehr als im Vorjahr, wie der Leiter des Hauptzollamts Frankfurt, Albrecht Vieth, sagte.

Besonders auffällig war dabei eine starke Zunahme an synthetischen Drogen. Allein bei Amphetaminen erhöhte sich die sichergestellte Menge von 12 Kilo im Vorjahr auf 63 Kilo. Beim Kokain gab es dagegen einen deutlichen Rückgang: 246 Kilo mit einem Schwarzmarktwert von mehr als zwölf Millionen Euro wurden entdeckt, 2011 waren es noch 412 Kilo. Als Grund nannte Vieth die Verlagerung von Postsendungen aus Südamerika auf die Flughäfen in München und Leipzig. Von den 69 festgenommenen Schmugglern hatten 25 die Droge in ihrem Körper versteckt.

Geld versteckt in Keksrollen und Schokoriegeln

Geldschmuggel registrierte der Zoll 2588 Mal - durchschnittlich sieben Verstöße pro Tag. 55 Millionen Euro wurden so entdeckt - mehr als die Hälfte des bundesweit geschmuggelten Bargeldes, wie Vieth sagte. Ein Textilgroßhändler aus Magdeburg wurde bei der Ausreise nach Vietnam mit 270.670 Euro im Koffer geschnappt - das Geld war versteckt in Keksrollen, Schokoladenriegeln und Medikamentenpackungen. Das Zollfahndungsamt übernahm die Ermittlungen und konnte bei dem Vietnamesen wegen Steuerhinterziehung fast 288.500 Euro pfänden. Ein Libanese, der bei seiner Einreise aus Beirut Diamanten im Wert von rund 4,15 Millionen Euro bei sich hatte, musste mehr als 789.000 Euro Steuern nachzahlen.

Zollfahnder begleiteten eine Elfenbein-Geschenksendung aus dem Kongo in die Türkei. Bei dem Adressaten, einem Schmuckhändler in Istanbul, stellten türkische Behörden dann neben den darin enthaltenen 10 Kilo Elfenbein noch weitere 18 Kilo sicher, wie der Chef des Zollfahndungsamts, Markus Tönsgerlemann, sagte. Insgesamt leiteten die Ermittler 51 solcher entdeckten Sendungen innerhalb Deutschlands oder ins Ausland weiter, meist enthielt die Fracht Drogen.

Die Zollfahnder, die für ganz Hessen sowie angrenzende Bundesländer und Kreise zuständig sind, stellten insgesamt rund 1397 Kilo Rauschgift (plus 25 Prozent) mit einem Schwarzmarktwert von 28 Millionen Euro sicher. Das Plus von fast 100 Prozent bei der Beschlagnahme synthetischer Drogen spiegle den europäischen Trend wieder, sagte Tönsgerlemann. Diese würden teils in mobilen - als Imbiss oder Campingwagen - getarnten Laboren hergestellt. "Schon eine kleine Veränderung der molekularen Struktur bei diesen Stoffen führt dazu, dass aus einem verbotenen Stoff, rein rechtlich betrachtet, eine neue, nicht verbotene Substanz wird", sagte Tönsgerlemann. Bis zu deren Verbot sei wiederum ein aufwändiges Verfahren notwendig.

ds/DPA / DPA