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Angriffe auf Einsatzkräfte Frankfurt berät über Maßnahmen nach Krawallen – Polizei spricht von "negativer Stimmung" gegen Beamte

Krawalle in Frankfurt am Main
Scherben von zertrümmerten Scheiben einer Bushaltestelle und umgefallene Mülltonnen liegen vor der Alten Oper in Frankfurt am Main am Boden
© Hit Radio FFH / DPA
Laut dem Frankfurter Polizeipräsidenten sehen sich Beamte der Stadt seit Wochen einer gestiegenen Feindseligkeit und "mehreren pauschalen Vorwurfslagen" gegenüber. Nun wollen die Verantwortlichen beraten, wie mit der Situation umzugehen ist.

Nach den nächtlichen Krawallen in Frankfurt am Main treffen sich an diesem Montagvormittag Vertreter der Stadt und der Polizei zu einer Sicherheitskonferenz. Frankfurts Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU) hat nach eigenen Angaben unter anderen Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne), den Polizeipräsidenten Gerhard Bereswill, die Ordnungsbehörde und das Gesundheitsamt zu einem Gespräch in den Römer eingeladen.

Frank zeigte sich bestürzt von den Angriffen in der Nacht zum Sonntag. "Ich bin fassungslos, dass gezielt Polizeibeamte angegriffen werden, wenn sie einem Menschen helfen wollen", sagte der CDU-Politiker am Sonntag. "Damit ist eine neue Stufe der Gewalt erreicht." Frank zufolge sollen bei dem Treffen am Montag "weitere Maßnahmen" besprochen werden.

Rassismus-Vorwürfe und negative Stimmung gegen Polizei

Nach Einschätzung von Polizeipräsident Bereswill hat sich in den vergangenen Wochen eine negative Stimmung gegenüber der Polizei entwickelt. Er glaube, die Situation habe "mit mehreren pauschalen Vorwurfslagen" zu tun, sagte Bereswill dem Sender hr-Info. Konkret nannte er unter anderem einen "Rassismusvorwurf gegen die Polizei, "Racial Profiling" zu betreiben". Von "Racial Profiling" spricht man, wenn Menschen wegen ihrer Hautfarbe, Haarfarbe oder anderer äußerer Merkmale, aber ohne konkreten Anlass kontrolliert werden.

Auch die Fälle von Polizeigewalt in den USA wirkten sich auf die Stimmung gegenüber den Beamten aus: Die Vorgänge dort würden "eins zu eins auf die deutsche Polizei quasi übertragen" und die Beamten dem Vorwurf ausgesetzt, "wir wären gewaltextrem, wir würden so oder so ähnlich agieren wie die Polizei in den Vereinigten Staaten".

39 Festnahmen am Frankfurter Opernplatz

Bereits am Sonntag hatte Bereswill bei einer Pressekonferenz gesagt, bei dem Gespräch am Montag werde erörtert, welche Maßnahmen aus der Krawallnacht abzuleiten seien. "Man muss genau überlegen, was man tut", sagte Bereswill. Eine mögliche Sperrung des Opernplatzes halte er nicht für sinnvoll, die Probleme würden sich dann nur auf andere öffentliche Plätze verlagern. 

In der Nacht zum Sonntag war es auf dem Opernplatz in Frankfurt zu Ausschreitungen gekommen. Nach Angaben von Bereswill wurden die Einsatzkräfte aus der Menge mit Flaschen angegriffen, obwohl sie deeskalierend gehandelt hätten. Mindestens fünf Beamte seien verletzt, mehrere Polizeifahrzeuge seien beschädigt worden. Die etwa 500 bis 800 Anwesenden hätten gejubelt, wenn eine Flasche die Beamten getroffen habe. "Von der Qualität aber auch von der Anzahl ist das etwas, was ich in Frankfurt noch nicht erlebt habe", sagte der Polizeipräsident. 39 Menschen wurden festgenommen.

mod DPA

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