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Frauenentführer von Cleveland: 1000 Jahre Gefängnis statt Todesstrafe

Mehr als zehn Jahre hat er drei Frauen festgehalten und sexuell missbraucht. Ariel Castro gestand sämtliche Taten und entgeht so der Todesstrafe.

Der Entführer dreier junger Frauen in der US-Großstadt Cleveland hat sich mit der Staatsanwaltschaft auf eine lebenslange Haftstrafe verständigt. Ariel Castro, der die Frauen mehr als zehn Jahre festhielt und sexuell missbrauchte, gestand vor Gericht am Freitag seine Schuld ein. Durch den Deal mit der Anklage würde Castro einer drohenden Todesstrafe entgehen. Allerdings muss der Richter der Vereinbarung noch zustimmen.

Tausend Jahre Gefängnis kommen oben drauf

Laut der mit der Staatsanwaltschaft ausgehandelten Vereinbarung würde er zusätzlich zu der lebenslangen Haftstrafe zu weiteren tausend Jahren Gefängnis verurteilt werden und demzufolge niemals freikommen, sagte Castro. Er soll drei zwischen 2002 und 2004 entführte junge Frauen über ein Jahrzehnt in seinem Haus festgehalten und immer wieder misshandelt und vergewaltigt haben.

Außerdem wird dem ehemaligen Busfahrer der Mord an einem ungeborenen Kind vorgeworfen, weil er eine der von ihm entführten Frauen so brutal misshandelt haben soll, dass sie eine Fehlgeburt erlitt. Dafür drohte dem Angeklagten die Todesstrafe.

Prozess fällt womöglich aus

Sollte der Richter der Vereinbarung zustimmen, würde es keinen Prozess gegen Castro geben, seine Opfer müssten demzufolge nicht aussagen. Eigentlich soll der Prozess nach derzeitiger Planung am 5. August beginnen.

Die Taten Castros kamen im Mai ans Licht, als einer der entführten Frauen mit Hilfe eines Nachbars aus Castros Haus fliehen konnte. Der 53-Jährige soll Michelle Knight, Amanda Berry und Gina DeJesus zwischen 2002 und 2004 entführt haben. Die Frauen waren bei ihrer Befreiung 32, 27 und 23 Jahre alt. Berry brachte in der Gefangenschaft eine kleine Tochter zur Welt, einem DNA-Test zufolge ist Castro der Vater.

Die Staatsanwaltschaft beschrieb Castros Keller als "Folterkammer und Privatgefängnis", in dem sich "unbegreifliche" Verbrechen abgespielt hätten. Die Anklageschrift gegen den ehemaligen Busfahrer umfasst 977 Einzelvergehen.

swd/anb/AFP / AFP
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?