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Prozessauftakt in Freiburg: Mann leitete Pfadfindergruppe – und soll in Hunderten Fällen Kinder missbraucht haben

Die Vorwürfe sorgten für blankes Entsetzen: Die Polizei hat im vergangenen Jahr einen ehemaligen Betreuer einer Pfadfindergruppe festgenommen, der über Jahre hundertfach Jungen missbraucht haben soll. Nun beginnt in Freiburg der Prozess.

Der Angeklagte im Freiburger Landgericht

Der Angeklagte im Freiburger Landgericht

DPA

Es ist ein unfassbarer Vorwurf, den das Freiburger Landgericht seit diesem Montagvormittag verhandelt. Ein 42-Jähriger aus Staufen im Breisgau soll zwischen 2010 und 2018 vier Kinder Hunderte Male sexuell missbraucht haben. Im Februar des vergangenen Jahres setzten die Behörden dem Grauen ein Ende. Die Polizei nahm den Mann fest, er sitzt seither in Untersuchungshaft.

Auf die Spur gekommen sind die Ermittler dem mutmaßlichen Sexualverbrecher durch die Aussage der Mutter eines der Opfer auf dem Polizeiposten in Staufen. Ihr seinerzeit 17-Jähriger Sohn habe ihr von jahrelangem Missbrauch durch den heute 42-Jährigen berichtet – der Mann war der Jugendbetreuer in der Pfadfindergruppe des im Tatzeitraum neun bis elf Jahre alten Jungen.

Polizei richtete Ermittlungsgruppe ein

Die Polizei richtete eine spezielle Ermittlungsgruppe ein, zwölf Beamte nahmen die Arbeit auf – ohne zu wissen, welche Dimensionen der Fall noch annehmen wird. Doch schnell war ihnen klar, "dass wir es hier mit einem umfangreichen Verfahren und möglichen weiteren Opfern zu tun haben werden", sagte der Kripo-Beamte Peter Egetemaier, als er im Mai mit der Staatsanwaltschaft auf einer Pressekonferenz im Freiburger Polizeipräsidium über den Fall informierte.

Teilnehmer der Pressekonferenz in Freiburg

Die ermittelnde Staatsanwältin Nikola Novak, der leitende Oberstaatsanwalt Dieter Inhofer, Kripo-Chef Peter Egetemaier und Ermittlungsgruppenleiter Mathias Kaiser informierten auf einer Pressekonferenz in Freiburg über die Ermittlungen zum Missbrauchsfall von Staufen

DPA

Die Beamten der Ermittlungsgruppe trugen Beweise und Zeugenaussagen zusammen, sodass der Verdächtige bereits vier Tage nach der Aussage der Mutter festgenommen werden konnte. Die Arbeit der Ermittler war damit noch nicht vorbei, sie stießen auf immer neue Missbrauchsvorwürfe. Seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten im Laufe der Ermittlungen mit über hundert Menschen gesprochen, sagte Mathias Kaiser, Leiter der Einheit. "Insbesondere haben wir uns denjenigen Menschen gewidmet, welche im Kindesalter sehr intensiven Kontakt mit dem Beschuldigten hatten." Drei weitere Opfer haben sich demnach ebenfalls der Polizei geöffnet – die Jungen waren bei den im Raum stehenden Taten zwischen sieben und 14 Jahre alt.

Die Aussagen der Missbrauchsopfer lassen Kaiser zufolge auf ein "sehr manipulatives Vorgehen" des Verdächtigen schließen. Er habe sich Kinder "ausgesucht", die er "begeistern" und "für sich gewinnen" konnte. Er habe seinen Opfern suggeriert, dass die sexuellen Handlungen "völlig normal" seien und das Vertrauen der Kinder ausgenutzt.

"Enorme, psychische Belastungen"

Den Jugendlichen, dessen Mutter die Ermittlungen ins Rollen brachte, und einen weiteren Jungen soll der 41-Jährige über seine damalige ehrenamtliche Arbeit als Jugendbetreuer in der Pfadfindergruppe der evangelischen Kirchengemeinde in Staufen kennengelernt und bis 2013 sexuell misshandelt haben.

+++ Lesen Sie hier die Reportage: "Die furchtbaren Bilder, das Leid der Opfer, die Ausreden der Täter – Menschen im Kampf gegen Kinderpornos" +++

Ab 2013 war der Mann nicht mehr in der Pfadfinderorganisation tätig. Zu den beiden anderen Opfer soll er im "Freizeitbereich" in Kontakt gekommen sein, so die ermittelnde Staatsanwältin Nikola Novak im Mai. "Die Mehrzahl der dem Beschuldigten zur Last liegenden Taten fällt in den Zeitraum nach Beendigung seiner Tätigkeit bei den Pfadfindern." Zum Teil soll es dabei auf ein und dasselbe Kind mehrere sexuelle Übergriffe pro Woche gegeben haben. Die Opfer seien bis heute schwer traumatisiert. Sie litten unter "enormen, psychischen Belastungen", beschrieb Ermittlungsgruppenleiter Kaiser.

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Der Tatverdächtige ist den Behörden kein Unbekannter: Bereits von 2004 bis 2007 wurde den Angaben zufolge gegen den unverheirateten Deutschen wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern ermittelt, ihm konnte aber im Prozess vor dem Freiburger Landgericht keine Tat nachgewiesen werden, sodass er ohne einen entsprechenden Vorstrafeneintrag im Führungszeugnis als Betreuer bei den Pfadfindern arbeiten konnte – mit offenbar fatalen Folgen. Die Behörden gehen davon aus, dass der Beschuldigte alleine gehandelt hat. Foto- oder Filmaufnahmen der Taten seien bei Durchsuchungen nicht gefunden worden.

Staufen zum wiederholten Male in den Schlagzeilen

Das Freiburger Landgericht hat zunächst sieben Verhandlungstage angesetzt, das Urteil soll voraussichtlich am 18. Februar fallen. Bei einer Verurteilung wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern drohen dem Angeklagten bis zu zehn Jahre Haft. Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft 676 einzelne Tatvorwürfe erhoben, zur Verhandlung zugelassen wurden 330.

Es ist nicht das erste Mal, dass Staufen wegen eines Missbrauchsfalls in den Schlagzeilen steht. Im August 2018 wurden eine Mutter und ihr Lebensgefährte aus der Kleinstadt im Breisgau verurteilt, weil sie ihren Sohn für Vergewaltigungen an pädophile Sexualstraftäter regelrecht vermietet haben sollen. (Lesen Sie hier im stern mehr zu dem Fall.)
 

Hinweis der Redaktion: Dieser Artikel erschien erstmals am 7. Mai 2019. Anlässlich des Prozessbeginns haben wir ihn in aktualisierter Form erneut veröffentlicht.

Quellen: Polizeipräsidium und Staatsanwaltschaft Freiburg, Landgericht Freiburg, Nachrichtenagentur DPA

18jähriger Kater und Welpe geht das?
Hallo, wir haben einen 18-jährigen Kater der aber noch recht fit ist. Er ist zwar eigentlich nur zu meiner Mutter anhänglich also kommt immer am Abend auf die Couch und lässt sich streicheln von ihr sonst ist er eigentlich den ganzen Tag in seinem Bett im Keller oder oben auf einer Decke die im Schrank liegt. Erzieht sich also zurück. Nun ist der Wunsch nach einem Welpen doch sehr groß und der einzige Grund der dagegen spricht oder der infrage kommt warum wir keinen holen würden wäre unser Kater. Habt ihr Erfahrung mit alten Katzen und welchen gemacht? Unser Kater ist nämlich Hallo, wir haben einen 18-jährigen Kater der aber noch recht fit ist. Er ist zwar eigentlich nur zu meiner Mutter anhänglich also kommt immer am Abend auf die Couch und lässt sich streicheln von ihr sonst ist er eigentlich den ganzen Tag in seinem Bett im Keller oder oben auf einer Decke die im Schrank liegt. Erzieht sich also zurück. Nun ist der Wunsch nach einem Welpen doch sehr groß und der einzige Grund der dagegen spricht oder der infrage kommt warum wir keinen holen würden wäre unser Kater. Habt ihr Erfahrung mit alten Katzen und welchen gemacht? Unser Kater ist nämlich eigentlich nicht So gut auf Hunde zu sprechen also wenn ein Hund an seinem Garten vorbeigeht springt er schon hinterm Zaun ein bisschen hoch und fängt an zu fauchen. Denkt ihr nicht das Man wird vorsichtiger Eingewöhnung es schaffen könnte dass die beiden sich verstehen? LG und danke im Voraus