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Mordfall Maria L. in Freiburg: Haar führte zum mutmaßlichen Täter - 17-jähriger Flüchtling festgenommen

Ein Haar in einem Brombeerbusch führte auf die heiße Spur: Im Fall der in Freiburg vergewaltigten und getöteten Maria L. hat die Polizei einen 17-jährigen Flüchtling aus Afghanistan festgenommen. Die Details aus der Pressekonferenz.

Pressekonferenz in Freiburg

Pressekonferenz in Freiburg

Im Fall der Studentin Maria L., die vor sieben Wochen am Fluss Dreisam in Freiburg vergewaltigt und getötet wurde, sieht sich die Polizei am Ziel. Dringend tatverdächtig ist ein 17-jähriger Flüchtling aus Afghanistan. Er wurde am Freitag festgenommen und ist der Vergewaltigung und des Mordes verdächtig. Einzelheiten gaben die Ermittler am Samstagnachmittag in einer eilig einberufenen Pressekonferenz bekannt:

+++ 15.31 Uhr, Zusammenhang mit Tat in Endingen unklar +++

Hinweisen auf einen Zusammenhang mit der Tat in Endingen, wo drei Wochen nach dem Mord an Maria L. eine 27-jährige Joggerin getötet wurde, gehen die Ermittler derzeit nach.

+++ 15.24 Uhr, mutmaßlicher Täter schweigt +++

Der dringend tatverdächtige und festgenommene Flüchtling aus Afghanistan schweigt zu den Vorwürfen. Es wurden Ermittlungen wegen Mordes gegen den 17-jährigen Schüler eingeleitet. Der genaue Tathergang ist noch nicht völlig geklärt. Ob das Opfer in der Dreisam ertränkt wurde, dazu will die Polizei noch nichts sagen. Untersuchungen laufen.

Ob es eine Vorbeziehung zwischen Täter und Opfer gab, ist unklar. Das 18,5 Zentimeter lange Haar, das im Gebüsch gefunden wurde, stammt eindeutig vom Tatverdächtigen. Auch an dem herrenlosen Fahrrad, das in der Nähe des Tatorts gefunden wurde, ist DNA vom mutmaßlichen Täter festgestellt worden. Der Eigentümer des Fahrrads ist unklar.

+++ 15.21 Uhr, DNA des Täters stimmt mit Spuren am Tatort überein +++

Dringend tatverdächtig ist ein 17-jähriger Mann aus Afghanistan, der im vergangenen Jahr als Flüchtling in die Bundesrepublik kam. Nach Polizeiangaben reiste er unbegleitet nach Deutschland ein und wohnte bei einer Gastfamilie. Zu seinem Wohnort wollte sich die Polizei nicht äußern.

+++ 15.15 Uhr, Haarfarbe führt zum Tatverdächtigen +++

Auf Grundlage der auffälligen changierenden Haarfarbe des Haares wurden öffentliche Videoaufnahmen ausgewertet. Die Kameraaufzeichnung aus einer Straßenbahn führte zu einem Verdächtigen. Hierbei stellten die Ermittler einen jungen Mann fest, der in der Tatnacht gegen 2 Uhr die Straßenbahnlinie 1 stadtauswärts nutzte und an der Haltestelle "Lassbergstraße" ausstieg. Er habe eine sehr auffällige Undercut-Frisur mit der entsprechenden Haarfarbe gehabt. Außerdem trug er einen schwarzen Schal.

Daraufhin sei gezielt nach ihm gefahndet worden. In Littenweiler sei es dann am 2. Dezember zu einem Fahndungserfolg gekommen. Beamte nahmen einen Mann fest, bei dem es sich um den Verdächtigen aus der Straßenbahn handelte. Es wurde eine DNA-Analyse durchgeführt. Das Ergebnis kam in der Nacht zu Samstag: Die DNA am Fundort stimmte mit der des Tatverdächtigen überein.

+++ 15.12 Uhr, Täter-DNA konnte gesichert werden +++

Andreas Stenger, Kriminaltechnisches Institut Freiburg: Wir konnten mutmaßliche Täter-DNA sichern. Die Brombeerhecke, die den Radweg säumt, spielte eine besondere Rolle. In einem aufwendigen Prozess wurde ein signifikantes Haar sichergestellt, das zum mutmaßlichen Täter führte. Das Haar war 18,5 Zentimeter lang und wies eine changierende Farbe auf. Offenbar hatte derjenige, zu dem das Haar gehörte, seine Haare auffällig blondiert. Ein wichtiger Hinweis für die weiteren Ermittlungen.

+++ 15.07 Uhr, Ergebnisse der Sonderkommission Dreisam +++

David Müller, Leiter der Sonderkommission: Tatvorphase konnte lückenlos rekonstruiert werden. Die Studentin war am in der Tatnacht auf einer Party, die sie um 2 Uhr 40 verließ. Nach Kenntnisstand der Polizei habe sie sich mit ihrem Fahrrad auf den Heimweg begeben. Die junge Frau wurde an der Dreisam Opfer eines Sexualdeliktes und Gewaltverbrechens. Die Todesursache lautete auf Ertrinken. Ein Fahrrad und ein mehrere Meter langer Brombeerbusch wurden sichergestellt. Auch ein schwarzer Schal konnte in der Dreisam gesichert werden.

+++ 15 Uhr, die Pressekonferenz beginnt +++

Dieter Inhofer, Chef der Staatsanwaltschaft Freiburg, spricht von Ermittlungserfolg. Ein dringend Tatverdächtiger im Fall Maria L. wurde festgenommen. Er übergibt das Wort an Peter Egetemaier, Leiter der Freiburger Kriminalpolizei. Dieser dankt der Bevölkerung und den Medien für die Unterstützung. Details zu der Aufklärung des Falles soll nun David Müller, Leiter der Sonderkommission, nennen.

mai