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Früherer Vorzeigepolitiker vor Gericht: "Pretty Woman" ohne Happy End

Heinrich Scholl war ein Star unter den Kommunalpolitikern im Osten. Dann verliebte er sich in eine Prostituierte, die ihn nicht wollte. Das Drama nahm seinen Lauf - und mündete in einer Mordanklage.

Von Kerstin Herrnkind und Werner Mathes

Es geschah zwischen 12.10 Uhr und 13.10 Uhr in einem Waldstück zwischen Ludwigsfelde und Siethen, 200 Meter von der Landstraße 793 entfernt. Am 29. Dezember des vergangenen Jahres, einen Tag nach ihrem 48. Hochzeitstag, soll Heinrich Scholl, früher Bürgermeister im brandenburgischen Ludwigsfelde, seine Ehefrau Brigitte (67) von hinten angegriffen, mit einem Schnürsenkel erdrosselt und ihr eine Plastiktüte über den Kopf gezogen haben. Laut Staatsanwaltschaft soll er ihr noch zwei Faustschläge ins Gesicht gegeben und die Tote teilweise entblößt haben. Den Cockerspaniel der Familie erdrosselte er anschließend mit einem Strick.

Jetzt muss sich der Kommunalpolitiker, der seit Anfang des Jahres in Untersuchungshaft sitzt, vor dem Landgericht Potsdam verantworten. Anklage: Mord.

Der 69-jährige Sozialdemokrat war nicht irgendein kleiner Kommunalpolitiker. Er galt als einer der erfolgreichsten Rathauschefs in den neuen Ländern. In den 18 Jahren seiner Amtszeit wurde aus Ludwigsfelde, einer tristen Plattenbaustadt vor den Toren Berlins, eine Vorzeigestadt in Sachen "Aufbau Ost". Die Politprominenz, allen voran der damalige Ministerpräsident Manfred Stolpe und sein Nachfolger Matthias Platzeck (SPD), ließen sich gern in der "ostdeutschen Boomtown" blicken. Als Volkswagen in Ludwigsfelde den Grundstein für sein Vertriebszentrum legte, kam Exfinanzminister Hans Eichel (SPD) höchstpersönlich, um Scholl zu gratulieren. Und als sich die Spitzen von Union und SPD mit dem Kabinett 2006 auf Schloss Genshagen trafen, lächelte der Bürgermeister neben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem damaligen Vizekanzler Franz Müntefering in die Kamera.

Scholl veröffentlichte ein Buch - eine "erotische Erzählung"

67 Zeugen und sechs Sachverständige wollen die Richter hören. Das Schwurgericht hat 29 Verhandlungstage anberaumt, um die Hintergründe der Tat zu klären. Die Staatsanwaltschaft zeichnet in ihrer Anklage das Bild eines alternden Mannes, der einer jungen Prostituierten verfallen war. Und der deshalb seine Frau ermordet haben soll. Der Beschuldigte bestreitet die Tat.

Dass es mit der Ehe von Brigitte und Heinrich Scholl nicht zum Besten stand, war in Ludwigsfelde ein offenes Geheimnis. Die Gattin des Bürgermeisters hatte sich zuletzt immer seltener auf offiziellen Terminen blicken lassen. Anfang 2011 – drei Jahre nach seiner Pensionierung – veröffentlichte der Bürgermeister a. D. unter dem Pseudonym Henry Sanders eine "erotische Erzählung" mit dem Titel "Wachgeküsst".

Stolz verteilte Scholl das Büchlein im Bekanntenkreis und machte keinen Hehl daraus, dass die Erzählung autobiografische Züge trage. "Ich habe den Eindruck, dass die alltäglichen Lieblosigkeiten, die kleinen zwischenmenschlichen Gehässigkeiten und Rücksichtslosigkeiten und auch das Sich-nichts-mehr-zu-sagen-Haben proportional zur Anzahl der Ehejahre zunehmen", beklagt sich Scholls Romanheld Sanders bei einem befreundeten Weinhändler über seine Ehe. "Es stirbt das Interesse an und die Achtung vor dem anderen. Schließlich furzt man voreinander, ohne rot zu werden und ohne sich zu entschuldigen."

Als Sanders’ Affäre mit einer jüngeren Frau scheitert, schlägt der Weinhändler ihm vor, sich im Bordell zu trösten. Romanheld Sanders findet Gefallen an der Idee. "Dies wäre doch nun wirklich eine vollkommen unkomplizierte Art, seine persönlichen Bedürfnisse zu befriedigen. Und vielleicht findet man ja sogar seine Prinzessin wie in "Pretty Woman". In dem US-amerikanischen Film verlieben sich ein seriöser Geschäftsmann und eine Prostituierte ineinander. Die Komödie, so hat es Scholl Bekannten erzählt, gehöre zu seinen Lieblingsfilmen.

Eine thailändische Prostituierte als Geliebte

Tatsächlich hatte Scholl während der Arbeit an seinem Buch Anfang 2008 die 31-jährige Thailänderin Phinyovos P. kennengelernt. Sie verdiente ihr Geld als Prostituierte in einem Berliner Massagesalon. Scholl glaubte offenbar, in ihr seine "Pretty Woman" gefunden zu haben. Er nahm sich eine kleine Wohnung in Berlin, bezahlte die Schulden von Phinyovos P. in Höhe von mehreren tausend Euro, richtete der jungen Frau eine neue Wohnung ein, schenkte ihr Schmuck und gewährte ihr ein Darlehen von 25.000 Euro. Ende 2010 flog der ehemalige Lokalpolitiker mit Phinyovos P. nach Thailand, stellte sich dort ihren Eltern als Lebensgefährte der Tochter vor.

Obwohl sie ihn mit zu ihrer Familie genommen hatte, sagte Phinyovos P. später bei der Kripo aus, Heinrich Scholl sei für sie nie mehr gewesen als ein Freier, wenn auch ein besonders spendabler. Zwischen 40.000 und 70.000 Euro soll Scholl der Prostituierten insgesamt zugesteckt haben. Bis er sein Konto überzogen hatte und sich die Wohnung in Berlin nicht mehr leisten konnte. Anfang Dezember 2011 zog er nach Ludwigsfelde zu seiner Frau zurück.

Doch von Versöhnung konnte keine Rede sein. Heinrich Scholl schlief im Keller, seine Frau im Ehebett. Die Doppelhaushälfte, in der beide seit 1973 lebten, gehörte dem Ehepaar gemeinsam. Keiner wollte weichen. Brigitte Scholl wollte sich den Anteil ihres Mannes am Haus überschreiben lassen. Er weigerte sich. In tagebuchähnlichen Notizen, die die Kripo später bei ihm sicherstellte, klagte der Ex-Politiker, dass seine Frau ihn behandele wie einen Dienstboten. Er müsse aufräumen und putzen.

Scholls DNA-Spuren sind auf dem Schnürsenkel, mit dem seine Frau erdrosselt wurde

Am 28. Dezember des vergangenen Jahres jährte sich der Hochzeitstag von Heinrich und Brigitte Scholl zum 48. Mal. An diesem Tag, so rekonstruierte die Kripo später, schickte Scholl Phinyovos P. mehrere Kurznachrichten aufs Handy. Er wolle sie wiedersehen, klagt, dass sie ihn nicht anrufe.

Am nächsten Tag wollten Zeugen das Ehepaar Scholl im Wald gesehen haben. Kurz darauf soll der pensionierte Bürgermeister seine Frau und den gemeinsamen Hund getötet haben. Gegen 20 Uhr meldete Scholl seine Frau als vermisst. Mit einem Hubschrauber flog die Polizei das Waldgebiet ab. Ohne Erfolg. In der Nacht schrieb Scholl wieder Kurznachrichten an Phinyovos P. Am 30. Dezember ging er mit seinem Adoptivsohn und einem Freund in den Wald, wo sie die Leiche fanden.

Knapp vier Wochen später wird Scholl festgenommen. Am Schnürsenkel, mit dem seine Frau erdrosselt wurde, sind seine DNA-Spuren nachgewiesen worden. Der Politiker soll seine Frau umgebracht haben, um sie loszuwerden, glaubt die Staatsanwaltschaft. Heinrich Scholl bestreitet die Vorwürfe. Er sei zur Tatzeit in der Therme in Ludwigsfelde gewesen, um etwas auszumessen. Mitarbeiter der Anlage wissen jedoch nichts von dem Messauftrag. Aus der Untersuchungshaft wendet sich der Bürgermeister a.D. an die Ludwigsfelder, sucht nach Zeugen, die ihn an der Therme gesehen hatten. Aber niemand meldet sich.

Damit nicht genug. Gegen den einstigen Vorzeigepolitiker hat inzwischen die Staatsanwaltschaft Neuruppin Anklage erhoben. Die Ermittler werfen ihm Vorteilsnahme, Untreue und Bestechlichkeit vor. Scholl soll zu Amtszeiten großzügige Einladungen von einem Bauunternehmer angenommen haben, der im Gegenzug lukrative Aufträge von der Stadt bekommen haben soll. Auch diese Vorwürfe bestreitet Scholl.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.