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Fahndungsfehler in Bayern: Für die Polizei Niederbayern ist Hochdeutsch ein Dialekt

Dass ein maskierter Mann mit einer Waffe in der Hand eine Tankstelle ausraubte, veranlasste die Polizei Niederbayern dazu, über einen Facebook-Aufruf nach ihm zu fahnden. Dabei unterlief ihr allerdings ein lustiger Lapsus.

"Der Mann sprach hochdeutschen Dialekt", heißt es in der Fahndung.

"Der Mann sprach hochdeutschen Dialekt", heißt es in der Fahndung

Wenn man aus einem anderen Bundesland kommt, fragt man sich manchmal, warum Bayern so anders sind als der Rest Deutschlands. Sie haben eine eigene Partei, eigenes Bier und Regeln, zu welcher Uhrzeit bestimmte Gerichte gegessen werden müssen. Also die Weißwürste auf jeden Fall vor zwölf. Bayern tragen außerdem am konsequentesten von allen Deutschen noch ihre Trachten. So wirkt es zumindest, wenn man sich zum Beispiel die Fotos von Feiern rund um den Maibaum oder vom Oktoberfest ansieht.

Aber wie sehen Bayern wohl den Rest Deutschlands? Womöglich so, wie die Social-Media-Beauftragte der Polizei Niederbayern. Für sie ist nämlich offensichtlich Bayrisch keine Mundart, sondern die Landessprache. Hochdeutsch hingegen ist lediglich ein Dialekt. Dies offenbarte eine Fahndung, die die niederbayrische Polizei in der vergangenen Woche über Facebook verbreitete. "Der Mann sprach hochdeutschen Dialekt", heißt es dort.

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Gepostet von Polizei Niederbayern am Sonntag, 28. April 2019

Natürlich blieb diese Formulierung von den Facebook-Usern nicht unentdeckt. Der lustigste Kommentare sind auf der Facebook-Seite von der Social-Media-Beauftragten schon wieder gelöscht worden, vermutlich weil er ein bisschen unhöflich gegenüber Nicht-Bayern war. "A Saupreiß war's, der im Nachbardorf de Tanke überfallen hat. Des kennans aba ned so neischreim", zitiert ihn BR24. So sehen sie uns also, die Bayern, immer noch als Saupreißn. Bloß weil wir kein Bayrisch können. Ein anderer, inzwischen auch gelöschter Kommentar kam wohl von einem von uns. "Niederbayern: Erste Fremdsprache Deutsch", schrieb der User.

Ein Polizeisprecher hat BR24 erklärt, wie es zu diesem Lapsus kam. Er nannte es einen "Übermittlungsfehler" und ergänzte zu seiner Kollegin aus dem Social-Media-Team: "Sie weiß, dass das nicht so gehört. Sie ist jetzt davon überzeugt, dass das ein Tippfehler war."

Süß, ne?

Quellen: Facebook, BR24

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