HOME

Fußball-WM: Ein eigener Knast für die Hooligans

Sollte es bei der Fußball-WM zu Ausschreitungen kommen, ist die Stadt Hamburg vorbereitet: Derzeit wird ein Gefängnis speziell für Hooligans eingerichtet.

Die Stadt Hamburg baut eigens zur Fußball-Weltmeisterschaft ein neues Kurzzeit-Gefängnis für bis zu 150 Randalierer und Hooligans. Der Zellentrakt soll auf dem Gelände einer stillgelegten Waschanlage für Streifenwagen entstehen, teilte ein Sprecher der Innenbehörde mit. Auch nach dem Ende der WM sollen die Zellen weiter genutzt werden.

In dem neuen WM-Gefängnis sollen die Personen "vorübergehend in Gewahrsam genommen" werden, sagte Sprecher Marco Haase. Die Einrichtung sei vergleichbar mit regulären Zellen in Polizeiwachen.

Das WM-Gefängnis soll auf dem Gelände der früheren Polizeidirektion West im Stadtteil Altona an der Stresemannstraße, einer der Haupteinfallstraßen der Stadt, entstehen. Vom Bauort aus ist es nicht weit zu den möglichen Brennpunkten der WM: Das WM-Stadion ist nur wenige Minuten mit dem Auto entfernt, auch die Partymeile Reeperbahn, wo die Fans nach den Spielen sicher feiern gehen, ist nahe. Das gilt auch für das so genannte Heiligengeistfeld - einen Platz in der Stadt, wo über eine Großbildleinwand Tausende die Spiele verfolgen werden.

Umbau wird 3,8 Millionen Euro kosten

Das Hamburger Polizeirecht erlaubt es Beamten, Personen zur Gefahrenabwehr vorübergehend in Gewahrsam zu nehmen. Dieser so genannte Unterbindungsgewahrsam ist nach Angaben von Haase im Extremfall bis zu zwei Wochen lang möglich. "Wir wollen eine friedliche WM und wünschen uns, dass diese Räume nicht nötig sein werden", sagte er.

Für den Umbau sowie für Einsatz- und Betriebsmittel sind 3,8 Millionen Euro vorgesehen. Insgesamt belasten die Sicherheitsmaßnahmen während der Fußball-WM den Hamburger Haushalt mit voraussichtlich 8,8 Millionen Euro. Diese Zahl gab Innensenator Udo Nagel bekannt. In Hamburg finden fünf der 64 WM-Spiele statt, sowie viele begleitende Veranstaltungen. Außerdem will sich die US-Nationalmannschaft in einem Luxushotel mitten in der Stadt einquartieren.

Der größte Teil der Kosten sind zusätzliche Personalausgaben: So fallen rund 3,2 Millionen Euro für zusätzliche Überstunden etwa von Polizei und Feuerwehr an. Weitere Kosten entstehen für die Helfer etwa der Freiwilligen Feuerwehren, für auswärtige Polizeikräfte oder für zusätzliche Notärzte. Das Geld soll durch Umschichtungen im Haushalt und durch bisher nicht verbrauchte Personalmittel beschafft werden.

Claus-Peter Tiemann/AP / AP
Themen in diesem Artikel