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In US-Naturreservat Bei Suche nach Gabby Petitos Freund: Polizei entdeckt menschliche Überreste und persönliche Gegenstände

Foto zeigt die vermisste Person Gabrielle "Gabby" Petito
Die 22-jährige Gabby Petito verschwand, als sie mit ihrem Freund in einem umgebauten Wohnmobil quer durchs Land reiste. Später fand man ihre Leiche.
Das Rätsel um Gabby Petitos Tod treibt die USA weiter um. Einer, von dem man sich Antworten erhofft, ist ihr Freund. Doch diese Hoffnung könnte sich nun zerschlagen haben – denn Ermittler haben erneut einen schaurigen Fund gemacht.

Neue Wendung im Fall der getöteten Gabby Petito: Ermittler haben bei der Suche nach dem Freund der 22-Jährigen offenbar menschliche Überreste entdeckt. Man habe am Mittwoch in einem Naturreservat im US-Bundesstaat Florida etwas gefunden, das diesen Anschein erwecke, sagte FBI-Ermittler Michael McPherson. Die Polizei sucht seit Wochen nach dem 23-Jährigen, der im Fall Petito für die Behörden als "Person von Interesse" gilt. Die Ermittler haben McPherson zufolge außerdem einen Laptop und einen Rucksack des jungen Mannes gefunden. All diese Dinge hätten sich in einem Gebiet befunden, das bis vor kurzem noch unter Wasser gestanden habe.

Fall Petito sorgt international für Aufsehen

Die 22-jährige Gabby Petito war im Sommer nicht von einer gemeinsamen Reise durch die USA mit ihrem Freund zurückgekommen. Der Fall findet sowohl in den USA als auch international Beachtung – nicht zuletzt, weil das Paar aus Florida zahlreiche Bilder und Videos von seiner Reise in sozialen Netzwerken teilte. Petitos Leiche war nach intensiver Suche schließlich im September im Bundesstaat Wyoming gefunden worden. Dorthin war Petito im Zuge ihres USA-Roadtrips gereist. Nach Angaben des Gerichtsmediziners wurde die junge Frau erwürgt.

Petitos Freund war im September allein von der Reise mit der 22-Jährigen zurückgekehrt. Kurze Zeit später meldeten ihn seine Eltern als vermisst. Seitdem suchte die Polizei nach dem Mann. Die Behörden erließen Ende September Haftbefehl gegen ihn wegen Bankbetrugs. "Ich weiß, dass Sie viele Fragen haben, aber wir haben noch nicht auf alles eine Antwort", sagte Ermittler McPherson. "Das Einsatzteam ist vor Ort und setzt alle verfügbaren forensischen Ressourcen ein, um das Gebiet zu untersuchen." Das werde wohl mehrere Tage dauern.

US-Medien hatten berichtet, dass die Eltern des 23-Jährigen sich zuvor mit Ermittlern im Myakkahatchee Creek Environmental Park trafen, um ihren Sohn zu finden. Nach kurzer Suche abseits eines Pfades, den Petitos Freund häufig gelaufen sei, seien zunächst einige Gegenstände gefunden worden, hieß es unter Berufung auf den Anwalt der Familie. Anschließend wurde das Gebiet gründlich mit Spürhunden durchsucht. Der Park liegt in der Nähe der Stadt North Port, dort gibt es Wanderwege und einen Campingbereich. Der Park ist mit dem Carlton Reserve verbunden, einem riesigen Naturschutzgebiet, das für die Ermittler das wichtigste Suchgebiet war.

Kritik an Berichterstattung

Petito und ihr Freund hatten während ihrer Reise Bilder und Videos aus seinem umgebauten Lieferwagen veröffentlicht. Darauf sahen die beiden stets glücklich aus. Einen ganz anderen Eindruck als diese Bilder hinterließ jedoch die Aufnahme einer Körperkamera eines Polizisten. Die Polizei war Mitte August zu einem möglichen Fall von häuslicher Gewalt zu dem Fahrzeug des Paares gerufen worden. Medien berichteten, dass ein Anrufer der Polizei gemeldet habe, dass ein Mann eine Frau geschlagen habe. Auf dem Video selbst ist eine aufgelöste und weinende Petito zu sehen. Sie gibt darin an, ihren Freund geohrfeigt zu haben.

In US-Medien und sozialen Netzwerken gab es in den vergangenen Wochen auch immer wieder Kritik an Umfang und Intensität der Berichterstattung zu dem Fall der vermissten Petito. Dabei war vom sogenannte Vermisste-weiße-Frau-Syndrom die Rede. Damit wird die übermäßige Berichterstattung über vermisste junge, weiße Frauen bezeichnet. Einige Medien hatten im Zuge der Kritik begonnen, zumindest kurzzeitig über andere Vermisstenfälle zu berichten. Nach Behördenangaben galten Ende vergangenen Jahres landesweit rund 90.000 Vermisstenmeldungen als aktiv. Kaum einer dieser Fälle erhielt annähernd so viel Aufmerksamkeit wie der von Petito.

mad / tkr DPA

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