HOME

Gaucke-Mord: Mord ohne Leichen

Ein Mann steht im Verdacht, seine Ex-Freundin und die gemeinsame Tochter umgebracht zu haben. Alle Indizien sprechen gegen ihn. Aber der Mann, Abteilungsleiter Michael P., 38, schweigt. Und - es gibt keine Spur der Toten. Jetzt soll das Landgericht Hannover Recht sprechen.

Von Peter Sandmeyer

Menschen, die ihr Leben in Gerichtsgebäuden zubringen, scheinen im Lauf der Zeit deren Farbe anzunehmen. Sie werden grau. Diese Beobachtung gilt unabhängig davon, welche Rolle die Menschen im Gericht spielen, sie trifft für Richter ebenso zu wie für Staatsanwälte oder Verteidiger, sogar regelmäßige Zuschauer werden grau.

Mit der ruinösen Wirkung langjähriger Nahrungsaufnahme in Gerichtskantinen lässt sich das Phänomen nicht erklären. Es muss etwas damit zu tun haben, dass bei Prozessbeteiligten ursprünglich die Vorstellung existierte, mit ihrer Tätigkeit etwas zur Herstellung von Gerechtigkeit beizutragen; dass diese Vorstellung aber in der Realität des Gerichtsalltags immer mehr versprödet, verblasst und ergraut. Die Verfahrensbeteiligten im Saal 127 des Landgerichts Hannover haben diese Entwicklung hinter sich. Richter, Schöffen, Staatsanwälte, die Verteidigerin, der Anwalt der Nebenkläger: grau.

Grabsteine für ein Grab ohne Leichen

Das Gericht betritt den Saal, das Publikum erhebt und setzt sich wieder, Zeugen werden vernommen, Sachverständige gehört, Tatortfotos besichtigt, Spurenbilder begutachtet. Bisher an 14 Verhandlungstagen. Ist etwas in Augenschein zu nehmen und alle Verfahrensbeteiligten schreiten zum Richtertisch, sieht man, wie klein die Verteidigerin ist und dass der füllige Staatsanwalt unter der Robe Jeans trägt. Ein Verbrechen wird eingekreist. Nachmittags scheint manchmal die Wintersonne in den Saal. Dann eilt ein Justizbeamter zu den hohen Fenstern, lässt Jalousien herab, und das Licht ist wieder grau. An den meisten Tagen ist ein Ehepaar aus Freiburg anwesend, Hans und Gabriele Gaucke, ehemalige Gymnasiallehrer, beide über 70. Die Nebenkläger. Bei einem Steinmetz haben sie einen Grabstein in Auftrag gegeben, der zwei Namen tragen soll: Karen Gaucke, geboren 1968, und Clara Gaucke, geboren 2005. Nach Lage der Dinge wird dieser Grabstein nie über den beiden Toten stehen, für die er bestimmt ist. Deren Körper liegen irgendwo, versenkt in einem Teich, vergraben in einem Moor, einem feuchten Waldstück. Trotz der größten Suchaktion in der Geschichte Niedersachsens wurden sie nicht gefunden. Der Mann, der nach Überzeugung der Staatsanwälte und Nebenkläger den Ort kennt, sitzt auf der Anklagebank. Und schweigt. Ihm gegenüber die Nebenkläger - Eltern und Großeltern der Toten. Und schauen ihn an. Zwischen ihnen 20 Schritte und ein Doppelmord. Aber für den existiert kein Zeuge, kein direkter Beweis - nicht einmal die Leichen.

In einem Strafverfahren soll begangenes Unrecht gesühnt und dadurch die ins Ungleichgewicht geratene Welt wieder in Balance gebracht werden. Dazu bedarf es zuallererst des Verstehens einer Tat - nicht des Verständnisses für sie, aber des Begreifens, was den Täter bewegt und getrieben hat; Habgier, Eifersucht, Wut, deformierter Sexualtrieb, das Feld ist weit. Ohne Begreifen keine angemessene Strafe, keine Gerechtigkeit. Wahrscheinlich ist das, was Zuschauer schon um sieben Uhr morgens vor dem Gerichtsgebäude in Hannover anstehen lässt, der Wunsch zu verstehen. Dieser Angeklagte im Saal 127 kommt nicht vom Rand der Gesellschaft. Michael P. ist Anzugträger. Ein Abteilungsleiter. Einer, dem man bedenkenlos einen Gebrauchtwagen abkaufen und seine Tochter anvertrauen würde. Wer ist dieser Mann?, wollen die Anwesenden im Saal 127 wissen.

Der Angeklagte schweigt

Die einzigen Aussagen, die er zu Beginn des Prozesses macht - machen muss, sind die zur Person. Seinen Namen nennt er, "geboren am 23. November 1968 in Göttingen; erlernter Beruf: Diplomkaufmann; letzter Beschäftigungsort: Tui". Zum Familienstand sagt Michael P.: "Ledig." Und: "Zwei Kinder, ca. ein Jahr alt." Bei seiner Einlieferung in die Untersuchungshaft hatte er noch angegeben, "ein Kind". Das andere, glauben die Ermittler, hat er getötet und beseitigt. Die Vorgeschichte beginnt 2004. Michael P. führt ein angenehmes Leben. Der schlanke sportliche Mann mit den straff zurückgekämmten mittelblonden Haaren ist in der Tui-Zentrale Abteilungsleiter im Controlling, rund 3000 Euro netto im Monat. Er hat einen Audi Kombi als Dienstwagen, unbegrenzte Kilometer und Sprit umsonst. Auch dass der Reisekonzern unter seinen Mitarbeitern einen Frauenanteil von 80 Prozent hat, weiß der Single zu schätzen. Seine Feierabende verlebt er in wechselnder Gesellschaft, seine Urlaube in der Karibik oder in Mexiko, am Wochenende Motorradausflüge in den Harz, er läuft Ski, spielt Basketball und Golf. Er ist fleißig, kompetent, kontaktfreudig, beliebt, aufstiegsorientiert. Er hat Aussicht auf anhaltende Karriere und glasklare Vorstellungen von seiner Zukunft: Reihenhaus mit Garten, gutes Auto, passende Frau, Kind, Hund. Das Auto soll ein großer Audi, der Hund ein Golden Retriever sein.

Auf einem Ägypten-Trip trifft er im Dezember 2004 auf eine Tui-Kollegin: Karen Gaucke. Beide Mitte 30, beide allein. Eine Affäre, im Februar ist sie vorbei. Sie passen nicht zueinander - Karen ist nicht die Frau, die sich für Michaels Traum eignet, wie er einem Freund anvertraut. Aber nun ist Karen schwanger. Eine Panne. Pflichtschuldig versuchen sie es noch einmal miteinander, stellen aber schnell fest, dass es nicht funktioniert. Inzwischen hat Michael P. auch Christina kennengelernt, die sich besser in seinen Zukunftstraum fügt, und hat sie ebenfalls - ungeplant - geschwängert. Karen ist schockiert. Im November 2005 wird ihre Tochter Clara geboren, zwei Monate später deren Halbbruder Ole. Dass es in Michaels Leben noch eine weitere Frau gibt, die Tui-Kollegin Judith - eine rein sexuelle Beziehung, sagt er später den Vernehmungsbeamten -, wissen beide Frauen nicht. Oder weiß es Karen? "Der vögelt sich durch die ganze Tui", sagt sie verletzt und zornig zu ihrem Vater, als der sich nach ihrem Ex erkundigt.

Das Leben wurde kostspielig

Das Leben ist kompliziert geworden für Michael P. Und kostspielig. Zwei Kinder, drei Frauen, alle bei der Tui. Aber "er hat zu beiden Kindern gestanden", sagt Freund Holger, Unternehmensberater aus Göttingen, der ihn schätzt: Ein guter Typ - "kameradschaftlich, pflichtbewusst, sehr zuverlässig, hat zu seinem Wort gestanden, Termine und Verpflichtungen eingehalten, finanziell großzügig". Und die Gesamtlage, der Klatsch und Tratsch? Na ja, räumt der Freund ein, "unangenehm". Bringt man deswegen zwei Menschen um? Tatsache ist, dass Michael P. zusehends genervt ist von Karen Gaucke. Sie misstraut dem, was er ihr über sein Gehalt erzählt. Sie will seine Abrechnung sehen, mehr Unterhalt. Es geht um rund 100 Euro im Monat. Andererseits scheint er seine Tochter zu mögen. Er besucht sie, spielt mit ihr, beklagt sich sogar, dass er sie nicht so oft sehen kann, wie er möchte.

Später, als er in U-Haft sitzt, wegen Suizid-Gefahr in einer psychiatrischen Station, freundet er sich mit einem Mithäftling an. Dem sagt er angeblich: "Es ging nicht bloß um die monatliche Zahlung. Die muss man hochrechnen, dann sind es 30.000 Euro." Und: "Von so einer lass ich mir doch mein Leben nicht kaputt machen." Von hier an sprechen die Indizien. Sie sind lückenhaft, erzählen aber, so die Ermittler, eine eindeutige Geschichte: Im Frühjahr oder Frühsommer 2006 muss Michael P. entschieden haben, das, was sein Leben unangenehm macht, aus dem Weg zu räumen.

Kennt den Unterschied zwischen Mord und Totoschlag

Im Mai versucht er, bei Ebay ein Bolzenschussgerät zu ersteigern, das angeblich lautlos tötet. Ein anderer bietet mehr. Anfang Juni informiert er sich über die Unterscheidungsmerkmale zwischen Totschlag und Mord. Die Internetdaten löscht er sorgfältig. Nicht sorgfältig genug, Kripobeamten gelingt die Rekonstruktion. Am 14. Juni bestellt er bei einer Autovermietung in Braunschweig einen Toyota Avensis Kombi für den nächsten Tag. Am 15. Juni fährt er mit der Bahn nach Braunschweig und kehrt mit dem Toyota zurück nach Hannover. Am Abend ist er mit Karen Gaucke in deren Wohnung verabredet, um ihr Gehaltsunterlagen zu präsentieren und den Streit um den Unterhalt zu beenden. Gegen 20 Uhr ist er bei ihr.

Auf seinem Handy ist eine SMS gespeichert, die er um diese Zeit verschickt: "Wo bist du, wir waren verabredet! Ich warte noch, melde dich!" Adressat ist Karen Gaucke. Die Ermittler halten diese Mitteilung für eine bewusst gelegte falsche Spur. Die Empfängerin war zu diesem Zeitpunkt vielleicht schon tot, ermordet in ihrer Küche. Unter der Waschmaschine und dem Herd finden Kripobeamte später verkrustetes Blut. Das Blut von Karen Gaucke, viel Blut. So viel Blut macht es wahrscheinlich, sagt der Gutachter, "dass sich ein Tatgeschehen abspielte, bei dem stark blutende Verletzungen zugefügt wurden". "Blutspritzspuren", die an Küchenmöbeln und hinter dem Herd gesichert werden, sprechen dafür. "Was da geschehen ist", fasst der Anwalt der Eltern Matthias Waldraff zusammen, "war ein Blutbad."

Unmittelbar nach der Tat macht sich der Täter daran, seine Spuren zu beseitigen. Die "Wischkante", die die Spurensicherer später unter Waschmaschine und Herd entdecken, kann nur entstehen, wenn Blut noch nicht getrocknet ist. Um 20.31 Uhr verschickt Michael P. eine weitere SMS. Empfänger ist einer der Kollegen, mit denen er an diesem Abend im Biergarten zum Fußballgucken verabredet ist. "Hi Roland, bei mir wird es wohl später, ich komme aber in jedem Fall." Er kommt zur Halbzeit. Er habe sich bei seinem Erscheinen ganz normal verhalten, erinnern sich beide Kollegen. Ihnen fällt nichts Ungewöhnliches an ihm auf. Die Atmosphäre ist "wie immer" - lustig und locker. Gemeinsam gucken sie die zweite Halbzeit. England besiegt Trinidad 2 : 0. Dann klönen sie noch, trinken ihr Bier aus und brechen auf. Es ist ungefähr halb zwölf. Einem der beiden fällt ein paar Ecken weiter der Audi von Michael P. an einer roten Ampel auf. Nanu, denkt er, wo will der denn hin, der wohnt doch ganz woanders. Michael P., davon sind die Ermittler überzeugt, fährt zurück zur Wohnung von Karen Gaucke. Zu dem Toyota, den er dort abgestellt hat. Zu Karen, die er getötet hat. Lebt Clara noch, seine sieben Monate alte Tochter? Tötet er sie jetzt? "Das muss alles offenbleiben", sagt Rechtsanwalt Waldraff. "Ich bin aber der festen Überzeugung, dass P. jetzt beide Leichen in den Toyota geladen und zu einer vorbereiteten Stelle gebracht hat, wo er sie dann abgelegt hat." Sein Mithäftling will später von ihm gehört haben: "Das Zeitfenster war ganz eng, hat aber alles gut geklappt."

Blut an den Schuhen

Anderthalb Stunden später ist Michael P. in seiner Wohnung, die er jetzt mit Christina teilt und dem gemeinsamen Sohn Ole. Der wird zwischen halb zwei und zwei wach, erzählt die Mutter der Polizei, Michael sei vorher zu Hause gewesen; nein, aufgefallen an ihm sei ihr nichts Besonderes, er sei gewesen wie immer. Auch am nächsten Morgen ist alles wie immer. Michael P. nutzt die letzte Gelegenheit, bevor seine Geliebte fürs Wochenende nach Paris abreist, sich kurz nach acht mit ihr auf einem ruhigen Waldweg zu treffen. Sie stellt keine Veränderung an ihm fest. Eine Stunde später ist er im Büro. Niemandem dort fällt etwas an ihm auf.

Zehn Tage später wird Michael P. festgenommen. Die Polizei hat Blut in der Küche entdeckt und Turnschuhe von ihm sichergestellt, unter denen Blut von Karen Gaucke klebt. Und sie hat den Toyota untersucht und im Laderaum "Blutschüppchen" gesichert. Auch bei dieser Spur wird das DNA-Muster von Karen Gaucke bestimmt. Seitdem schweigt Michael P. Er schweigt vor Gericht. Er schweigt, als der Vorsitzende Richter Bernd Rümke ihn nach der Hälfte der Beweisaufnahme eindringlich fragt, ob er sich nun nicht doch äußern wolle. "Mein Mandant gibt keine Erklärungen ab", antwortet für ihn seine Anwältin Hela Rischmüller-Pörtner. Er reagiert nicht, als ihn am Ende aller Zeugenvernehmungen der Anwalt der Nebenkläger auffordert, sein Schweigen nun endlich zu brechen und die Eltern von Karen Gaucke aus ihrer Ungewissheit zu erlösen. Wieder die mürrische Verteidigerin: "Mein Mandant gibt keine Erklärungen ab."

Verhält sich ein Unschuldiger so?

Dass Michael P. schweigt, ist sein Recht. Aus der Wahrnehmung dieses Rechts darf ihm kein Nachteil erwachsen. Aber ist es vorstellbar, dass ein Unschuldiger sich so verhält? Würde der es fertigbringen, stumm dazusitzen und die größten Ungeheuerlichkeiten über sich anzuhören? Müsste es ihn nicht drängen, zu schreien, zu intervenieren, richtigzustellen? Ein Angeklagter kann zu jedem Zeitpunkt des Verfahrens Erklärungen abgeben. Würde ein zu Unrecht Angeklagter dieses Recht nicht nutzen wollen? Warum tut Michael P. es nicht? Vielleicht deshalb, weil er ein Controller ist. Weil er sich immer noch für clever hält, schlauer als die anderen. Wenn er redet, müsste er angeben, wo die Leichen sind. Wenn die Leichen gefunden sind, könnte sich herausstellen, dass der Tatbestand der Heimtücke und Arglist in so schwerwiegender Weise erfüllt ist, dass eine "besonders schwere Schuld" vorliegt; also nach 15 Jahren nicht die Routineüberprüfung einer "lebenslangen" Haft stattfindet, die sie üblicherweise beendet. Michael P. könnte darauf setzen, dass ohne Leichen maximal eine Verurteilung wegen "gewöhnlichen" Mordes erfolgen kann, vielleicht nicht einmal die; vielleicht glaubt er, mit einem Totschlag-Urteil davonzukommen.

Vielleicht aber ist sein Schweigen auch Teil einer psychischen Abwehrstrategie. Die meisten seiner verflossenen Freundinnen und Geliebten haben ihn als eine gespaltene Persönlichkeit erlebt, die eben noch mit einem Charme-Feuerwerk prunkt, das Schwiegermütter weichmacht, und im nächsten Augenblick kalt, verschlossen und rücksichtslos ist. Eine Frau, die Michael P. 2004 über eine Kontaktbörse für Singles im Internet kennengelernt, den Kontakt aber nach drei Monaten wieder beendet hat, sagt, sie habe das Gefühl gehabt, er sei krank - "Borderline-Syndrom". Das ist unter anderem dadurch charakterisiert, dass zwischenmenschliche Beziehungen sich durch einen raschen Wechsel zwischen zwei Extremen auszeichnen: einer Überidealisierung und der Abwertung anderer. Infrage käme auch eine "dissoziale" oder "antisoziale" Persönlichkeit.

Unfähigkeit zum Schuldbewusstsein

Betroffene können sich gesellschaftlichen Normen nicht anpassen, sind nicht oder nur sehr unzureichend imstande, sich in die Gefühle anderer hineinzuversetzen, und haben eine niedrige Schwelle für aggressives, gewalttätiges Verhalten. Das Lehrbuch für Psychiatrie und Psychotherapie ergänzt: "In der Regel besteht eine weitgehende oder vollständige Unfähigkeit von Schuldbewusstsein." Sitzt auf der Anklagebank ein Controller? Einer, der nicht nur die Kontrolle über die Lage, sondern auch über die eigene psychische Verarbeitung behalten will? Anwalt Waldraff glaubt das: "Aus Sicht Michael P.s war Karen Gaucke vermutlich selbst schuld: Hätte sie ihn endlich in Ruhe gelassen, hätte er nicht tödlich agieren müssen."

Professor Joachim Zeiler, der psychiatrische Sachverständige, den das Gericht bestellt hat, verzichtet auf solche Spekulationen. Auch ihm gegenüber schweigt Michael P. Der Gutachter kann nur versuchen, sich während der Verhandlung ein Bild von seiner Persönlichkeit zu machen. Er skizziert die Züge einer "narzisstischen Persönlichkeit", einen zutiefst unsicheren Menschen, der in der Lage ist, Sehnsüchte anderer zu erspüren und sich nutzbar zu machen; der dazu eine ganze Skala von Manipulationstechniken beherrscht, der schmeicheln und loben kann, aber ebenso über einschüchternde Verhaltensweisen zur suggestiven Beeinflussung verfügt. Karen Gaucke habe diese Taktik rasch durchschaut und sei nicht darauf reingefallen.

Fehlen von Gewissen

Eine gestörte Persönlichkeit, kein Zweifel. Aber kann das erklären, dass einem Menschen mit Bildung und Manieren und einem guten Zeugnis als Sanitäter bei der Bundeswehr das fehlt, was man gewöhnlich Gewissen nennt? Dass er die eigene, sieben Monate alte Tochter erstickt? Letztlich kann der Gutachter nur helfen, ein revisionssicheres Strafmaß zu finden.

Keine "tiefgreifende Bewusstseinsstörung oder Belastungssituation", resümiert der Sachverständige, "keine Affekttat", keine verminderte Schuldfähigkeit. Für Oberstaatsanwalt Thomas Klinge war die Tat "konkret geplant und eiskalt ausgeführt". Er beantragte lebenslange Haft und die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld. Die Nebenkläger schließen sich an. Kein Urteil aber wird sie trösten. "Unser gesamtes Menschenbild", so die Gauckes in ihrem Schlusswort, "ist zerstört. Hätten wir unserer Tochter geholfen, wenn wir ihr geraten hätten: Traue niemandem, auch nicht, wenn du ihn liebst? Muss so das menschliche Zusammenleben aussehen?"

Der Angeklagte schweigt auch nach dieser Frage. Und die Verfahrensbeteiligten werden, wenn sie nach dem Urteil endlich das Gerichtsgebäude verlassen, grau aussehen.

print
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(