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Gefängnis-Ausbruch in Aachen: Wachmann wurde möglicherweise erpresst oder bestochen

Der im Verdacht der Gefangenbefreiung stehende Aachener Gefängnis-Wachmann könnte erpresst oder bestochen worden sein.

Der im Verdacht der Gefangenbefreiung stehende Aachener Gefängnis-Wachmann könnte erpresst oder bestochen worden sein. Das Gericht habe den dringenden Tatverdacht gegen den 40-jährigen Beamten bestätigt, der den beiden Schwerverbrechern Michael Heckhoff und Paul Peter Michalski zur Flucht verholfen haben soll, sagte die Leiterin der JVA-Aachen, Reina Blikslager, am Montag dem ZDF. Möglicherweise sei er erpresst oder bestochen worden.

"Ich habe absolut kein Verständnis für ein solches hochkriminelles Verhalten", sagte Blikslager weiter. Das Verhalten des verdächtigen Beamten ließe sich mit Frust über ein zu hohes Arbeitspensum nicht erklären.

Ein Stellenabbau in den Vollzugsanstalten erhöht ihrer Ansicht nach das Ausbruchsrisiko nicht: "Die Stellenstreichung hat keine Auswirkungen auf die Sicherheit unmittelbar", betonte sie. Man müsse den Dienstplan dem Personal anpassen. Es werde sehr sorgfältig geprüft, wo Stellen wegfallen könnten, ohne die Sicherheit zu gefährden.

Verbesserungsmöglichkeiten für die Sicherheit der JVA Aachen sieht Blikslager derzeit kaum. "Wir haben mehrere Schließsysteme, Beamte müssen sich jedoch in der Anstalt bewegen können", erklärte sie.

Am Donnerstagabend waren die beiden Schwerverbrecher Heckhoff und Michalski aus der JVA Aachen ausgebrochen. Heckhoff wurde am Sonntagvormittag in Mülheim an der Ruhe gefasst, sein Komplize war am Montag weiter auf der Flucht.

Gegen den mutmaßlichen Helfer der Ausbrecher wurde am Samstag Haftbefehl verhängt. Er verbüßt die Untersuchungshaft in einem anderen Bundesland und hat sich bislang nicht zu dem Fall geäußert.

AP / AP