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Gefängnis Poggioreale in Neapel: Ohne Licht, ohne Hoffnung: Gefangen in der Aussichtslosigkeit des Camorra-Knasts

"Wer hier lebendig reinkommt, kommt tot wieder heraus", sagt man über das Poggioreale-Gefängnis in Neapel. Fotograf Valerio Bispuri durfte in den berühmten Camorra-Knast, um ihn zu porträtieren. Das Ergebnis ist beeindruckend und bedrückend zugleich. 

Reportage Gefängnis Poggioreale

Fenster zum Hof: Eine Wache beobachtet die Insassen beim Hofgang, bei dem sie für kurze Zeit den Himmel sehen können

Neapel steht heute mehr denn je für organisiertes Verbrechen. Die Camorra ist überall, aber sie operiert unsichtbar. Umso erstaunlicher sind die Fotos, die Valerio Bispuri im Gefängnis Poggioreale in Neapel machen konnte. Er bekam Zugang zu einer Welt, die man aus Filmen und Büchern zu kennen glaubt, aber in Wahrheit noch nie gesehen hat. Bispuri gelang ein Blick hinter die Fassade der Camorra - ein Blick auf die traurige Seite eines Gangsterlebens, hinter Gittern, ohne Licht, ohne Hoffnung, gefangen in der Aussichtslosigkeit, jemals ein anderes Leben führen zu können.

Bispuri besuchte vor mehr als einem Jahr das Gefängnis Poggioreale das erste Mal - während einer Lesereise durch Italiens Knäste stellte er damals sein Buch "Encerrados" vor, für das er 74 in Südamerika porträtiert hatte. Den Häftlingen gefielen seine Fotos so sehr, dass sie sich wünschten, er möge auch ihr Gefängnis porträtieren. Wenn die Welt sehen könnte, wie sie leben müssen, so hofften sie, würde sich etwas ändern. Tatsächlich durfte Bispuri ein paar Monate später in Poggioreale fotografieren. 

Tauchen Sie ein in eine Welt, die Ihnen normalerweise verwehrt bleiben dürfte.

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