Gefechte in den Straßen Jamaikas Drogenboss schickt seine Banden in die Schlacht


In Jamaikas Hauptstadt Kingston sind tagelange Unruhen zwischen Polizei und Bandenmitgliedern eskaliert.

In der jamaikanischen Hauptstadt Kingston liefern sich die Anhänger eines mächtigen Drogenbosses erbitterte Gefechte mit Sicherheitskräften. Die Regierung verhängte am Sonntag den Ausnahmezustand über einige Teile der Stadt. Die USA, Kanada und Großbritannien haben Reisewarnungen für die bei Touristen beliebte Karibikinsel ausgegeben. Auch das Auswärtige Amt sieht ein erhöhtes Sicherheitsrisiko in Kingston und ruft zu besonderer Vorsicht auf.

Auslöser der Krawalle war die geplante Auslieferung des mutmaßlichen Waffenhändlers und Drogenbosses Christopher "Dudus" Coke an die USA. Cokes Anhänger griffen am Wochenende mehrere Polizeiwachen in West Kingston an, einem für Bandenkriege berüchtigten Teil der Hauptstadt. Das Viertel Tivoli Gardens, in dem Cokes zuhause ist, glich einer Festung - die Bandenmitglieder verbarrikadierten sich hinter Autowracks und Stacheldraht. Eine Polizeistation ging in Flammen auf. Mindestens zwei Sicherheitskräfte wurden bei den Ausschreitungen verletzt.

Die Situation in Kingston hat sich in den vergangenen Tagen verschärft, nachdem Ministerpräsident Bruce Golding seinen Widerstand gegen die Auslieferung Cokes an die USA aufgegeben hatte. Das US-Justizministerium bezeichnet Coke als einen der gefährlichsten Drogenbosse der Welt.

APN/AFP

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