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Gendenktafel am Alexanderplatz: Berlin erinnert an Jonny K.

Vor einem Jahr starb Jonny K. nach einer Prügelattacke am Berliner Alexanderplatz. Die Politik will seiner heute gedenken. Das Problem der gewalttätigen Übergriffe ist jedoch immer noch aktuell.

Ein Jahr nach der tödlichen Prügelattacke auf Jonny K. am Alexanderplatz hat Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) zu Zivilcourage in der Gesellschaft aufgerufen. "Es ist nicht akzeptabel, wegzuschauen und Angriffe, die man beobachtet, einfach zu ignorieren", sagte er laut einer Mitteilung am Montag. Am Nachmittag soll in der Hauptstadt des Opfers Jonny K. gedacht werden. Eine Gedenkplatte soll dazu in den Boden eingelassen werden. Sechs junge Männer wurden nach der Attacke zu Haftstrafen verurteilt, die aber noch nicht rechtskräftig sind.

Wowereit sagte: "Der Tod von Jonny K. ist eine Mahnung dafür, dass Gewalt niemals ein Weg sein darf. Gewalt ist keine Lösung, sondern Gewalt verschlimmert Konflikte und sorgt immer wieder für unendliches Leid." Er und Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) wollten an dem Gedenken für Jonny K. teilnehmen.

Wieder Verletzte nach Messerangriff

Die Polizei verstärkte am Alexanderplatz noch einmal ihre Präsenz - mit sechs zusätzlichen Beamten. Innensenator Henkel sagte der "Berliner Zeitung" vom Montag: "Der Alexanderplatz war schon immer ein recht rauer Ort, auch städtebaulich." Aus seiner Sicht stärke die zusätzliche Polizei das Sicherheitsgefühl der Menschen. Zudem will Henkel nach der Gewaltattacke auf Jonny K. einen Wertedialog fortsetzen.

Die Polizei ermittelt unterdessen nach einer erneuten Gewalttat am Alexanderplatz. Vor einem Club kam es am Wochenende zu einer Schlägerei, bei der drei Menschen verletzt wurden. Ein Mann erlitt einen Schädelbasisbruch, zwei andere wurden durch Messerstiche leicht verletzt. Ein Türsteher hatte einer sechsköpfigen Gruppe den Zutritt zu dem Club verwehrt. Zwei der Abgewiesenen zogen ein Messer, woraufhin sich mehrere andere Personen einmischten, die zum Teil mit Schlagstöcken bewaffnet waren. Der genaue Tathergang ist noch unklar.

ono/DPA / DPA