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Georg R.: Amokläufer von Ansbach kommt ins Gefängnis

Der Amokläufer von Ansbach ist gut drei Wochen nach der Bluttat in eine Untersuchungshaftanstalt verlegt worden. Justizmitarbeiter haben den 18 Jahre alten Georg. R. von einer Ansbacher Klinik in die Krankenabteilung eines Gefängnisses in Würzburg gebracht.

Der Amokläufer von Ansbach ist gut drei Wochen nach der Bluttat in eine Untersuchungshaftanstalt verlegt worden. Justizmitarbeiter hätten den 18 Jahre alten Georg. R. am Montag von einer Ansbacher Klinik in ein Gefängnis in Würzburg gebracht, teilte Leitende Oberstaatsanwältin Gudrun Lehnberger am Montag in Ansbach mit. Gegen den Abiturienten, der bei dem Amoklauf neun Schüler und einen Lehrer verletzt hatte, war kurz nach der Tat Haftbefehl ergangen. Wegen seiner Verletzung war der 18-Jährige zunächst nicht vernehmungsfähig gewesen.

Der bei dem Amoklauf angeschossene 18-Jährige soll in der Krankenabteilung der Haftanstalt weiter medizinisch versorgt werden. Zudem sei dort eine psychiatrische Betreuung des Schülers geplant. Ein psychiatrisches Gutachten soll seine Schuldfähigkeit prüfen. Der Auftrag dafür sei inzwischen vergeben. Die Staatsanwaltschaft rechnet damit, dass die Erstellung der Expertise längere Zeit in Anspruch nehmen wird. Daher sei unklar, wann in dem Fall Anklage erhoben werden könne, betonte Staatsanwältin Lehnberger.

Georg R. lehnt weiterhin jede Aussage ab. Die Ermittler hoffen nun, dass sich der 18-Jährige zumindest dem psychiatrischen Gutachter anvertraut. Ob er zu einem Gespräch mit dem Gutachter bereit sei, sei allerdings noch unklar. Der Abiturient war Mitte September mit Molotow-Cocktails, Messern und einem Beil bewaffnet in das Ansbacher Gymnasium Carolinum gestürmt und hatte Brandsätze in zwei Klassenzimmer geworfen. Anschließend schlug er mit der Axt auf die fliehenden Schüler ein. Zwei 15 Jahre alte Mädchen wurden bei der Attacke schwer verletzt, ein Lehrer und sieben weitere Schüler erlitten leichte Verletzungen. Polizisten stoppten den 18-Jährigen mit drei Schüssen.

In einem tagebuchähnlichen Schriftstück, das die Ermittler auf dem Laptop des Abiturienten gefunden hatten, nannte er Hass auf die Institution Schule und die Gesellschaft als Motiv für seinen Amoklauf. In den Aufzeichnungen ist auch von Furcht vor einer schweren Krankheit und der Sorge die Rede, er könnte bei der Abiturprüfung durchfallen. Zudem bedauert er seinen Misserfolg bei der Suche nach einer Freundin. Die Aufzeichnungen offenbarten auch, dass er den Amoklauf von langer Hand vorbereitet hatte.

DPA / DPA
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