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Tod bei Festnahme Neue Transkripte offenbaren: George Floyd klagte mehr als 20 Mal "Ich kann nicht atmen"

Sehen Sie im Video: George Floyd – neues Video zeigt Festnahme von Anfang an und lässt Zweifel an Polizei-Schilderungen aufkommen.




Dieses neu aufgetauchte Überwachungsvideo verbreitet sich derzeit rasant im Netz. 


Die Aufnahmen zeigen die Festnahme von George Floyd. 


Der gewaltsame Tod des 46-jährigen Afroamerikaners nach einem Polizeieinsatz hat in den USA landesweit heftige Proteste ausgelöst. 


Die Aufnahmen der Überwachungskamera lassen nun Zweifel an den Schilderungen der Polizei von Minneapolis aufkommen. 


Laut Angaben des Polizeisprechers John Elder habe Floyd sich nach dem Verlassen seines Fahrzeuges der Festnahme nämlich "physisch widersetzt". 


Doch dieses Video zeichnet ein anderes Bild. 


Floyd lässt sich widerstandslos Handschellen anlegen und redet, auf dem Bürgersteig sitzend, mit einem der Beamten. Aggressives Verhalten ist nicht zu erkennen. 


Restaurantbesitzer Rashad West veröffentlicht das Überwachungsvideo
laut eigenen Angaben, um seiner Gemeinschaft zu helfen. 


Die Polizisten bringen den 46-Jährigen zu einem Einsatzfahrzeug. 


Floyd habe den Beamten gesagt, dass er nicht einsteigen könne, da er an Klaustrophobie leide. 


Als die Beamten versuchen, ihn auf die Rückbank zu setzen, fällt er auf die Straße. 


Ein Augenzeugenvideo zeigt, wie ein Polizist sich auf Floyds Nacken kniet. Ein Vorgehen, das die Polizei-Satzung von Minneapolis gestattet – allerdings nur, wenn sich ein Tatverdächtiger körperlich der Festnahme widersetzt. Eine Ausnahme: Die meisten Polizeidienststellen in den USA erlauben dieses Vorgehen nicht. 


Ein weiteres Augenzeugenvideo zeigt, dass zwei weitere Beamte auf George Floyds Körper knien. 


Floyd stirbt am 25. Mai 2020 nach dem Polizeieinsatz. 


Vier Beamte werden vom Dienst suspendiert. Ein Beamter wird außerdem wegen Mord dritten Grades und Totschlags angeklagt. 
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Im Fall von George Floyd, der bei einer brutalen Festnahme in Minnesota starb, kommen neue Beweise ans Licht. Demnach rief der US-Amerikaner mehr als 20 Mal "I can't breathe", als ein Polizist auf seinem Hals kniete.

Nach neu veröffentlichten Abschriften sagte der Afroamerikaner George Floyd vor seinem Tod bei einem Polizeieinsatz Ende Mai mehr als 20 Mal "I can't breathe" - ich kann nicht atmen. Die Transkripte stammen von den Körperkameras der nun angeklagten Polizisten und wurden am Mittwoch von einem Gericht im US-Bundesstaat Minnesota veröffentlicht. In ihnen zeigt sich unter anderem, wie Floyd die Beamten immer wieder anbettelte, von ihm abzulassen. "Ich kann nicht atmen, ich kann nicht atmen. Ah! Ich werde wohl auf diese Weise sterben", heißt es in den Gerichtsunterlagen unter anderem. 

Der unbewaffnete Floyd war am 25. Mai in der Stadt Minneapolis im Bundesstaat Minnesota bei einer brutalen Festnahme ums Leben gekommen. Sein Tod führte im ganzen Land zu Massenprotesten gegen Polizeigewalt und Rassismus.

Die Polizeibeamten hatten Floyd wegen des Verdachts, mit einem falschen 20-Dollar-Schein bezahlt zu haben, festgenommen. Sie drückten ihn auf der Straße zu Boden. Ein weißer Beamter drückte sein Knie rund acht Minuten lang in Floyds Hals. Floyd verlor das Bewusstsein und starb an Ort und Stelle, wie die Autopsie ergab.

George Flyod offenbar von Anfang an verängstigt 

Die Mitschriften zeigen weiter, dass Floyd offenbar von Anfang an verängstigt war, er flehte einen der Polizisten offenbar schon vor der körperlichen Auseinandersetzung an, ihn bitte nicht zu erschießen. "Sie handeln etwas unberechnbar", sagt ein Beamter zu ihm an einem Punkt. Floyd entgegnete: "Ich habe Angst, Mann".

Im weiteren Verlauf wird immer wieder deutlich, dass Floyd und die Polizisten Probleme haben, miteinander zu kommunizieren. Immer wieder sagt der Festgenommene auch, dass er unter Platzangst leide und deshalb Schwierigkeiten habe, in das Polizeiauto einzusteigen. Anschließend kam es zu der Auseinandersetzung, in deren Folge Floyd starb. 

Das Hauptverfahren gegen vier Polizisten, denen die Tötung Floyds zur Last gelegt wird, soll nach US-Medienberichten am 8. März nächsten Jahres beginnen.

ivi DPA

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